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Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
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Bruttoinlandsprodukt und Bruttowertschöpfung

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Niedersachsens erfuhr wie auch in den anderen Ländern Pandemie bedingt im Jahr 2020 eine Delle und fiel real um 4,6% gegenüber dem Vorjahreswert. 2021 legte das BIP wieder um 1,7% zu und betrug pro Kopf 39.401 Euro (Bundesdurchschnitt: 42.593 Euro). (Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (AK VGRdL), vorläufige Ergebnisse, Berechnungsstand November 2021/Februar 2022)

Auf Kreisebene lagen für 2021 bei Redaktionsschluss noch keine Daten vor, weshalb die Auswirkungen der Pandemie auf der regionalen Ebene an dieser Stelle noch nicht abgebildet werden können. Vor der Pandemie nahm das nominale BIP (siehe methodische Hinweise) mittelfristig im Vergleich 2019 zu 2014 noch in allen Kreisen und kreisfreien Städten Niedersachsens zu, im Durchschnitt um 18,4%. Den größten Zuwachs verzeichnete Wolfsburg mit einer nominalen Steigerung des BIP um 40,1%. Zuwächse von mehr als einem Fünftel fanden sich in den um Hamburg liegenden Landkreisen wieder, in der Region Hannover sowie in einigen Landkreisen in der Statistischen Region Weser-Ems. In den kreisfreien Städten Delmenhorst und Emden legte das BIP um rund ein Viertel zu (25,2% und 25,3%). Dahingegen war der Süden und Westen Niedersachsens stärker von unterdurchschnittlichen Zuwächsen geprägt als es im östlichen
Teil des Landes der Fall war.

Dieser regionalstrukturelle Unterschied schlägt sich auch im BIP pro Kopf nieder. In der Statistischen Region Braunschweig lagen vier der fünf Landkreise in Niedersachsen mit dem niedrigsten BIP unter 23.000 Euro pro Kopf. Allerdings wiesen die ebenfalls der Statistischen Region zugehörigen kreisfreien Städte Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter neben Emden und der kreisfreien Stadt Osnabrück – allesamt Volkswagen Standorte – die höchsten BIP-Werte pro Kopf auf.

Zur wirtschaftlichen Leistung trugen 2021 in Niedersachsen zu rund zwei Dritteln (65,7%) die Dienstleistungsbereiche bei. Das Produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe) steuerte mehr als ein Viertel (25,8%) bei. Im Baugewerbe wurden 6,5% der gesamtwirtschaftlichen Leistung erbracht und in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei 1,9%. Im Bundesvergleich waren die Landwirtschaft, das Produzierende Gewerbe (ohne Bau) in Niedersachsen über- und die Dienstleistungsbranchen unterrepräsentiert.

Regional ist das Produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe) an den drei Volkswagenstandorten in den kreisfreien Städten Wolfsburg, Salzgitter und Emden besonders bedeutend für die dortige BWS. Sehr stark auf Dienstleistungen ausgerichtete Regionen sind dagegen die übrigen kreisfreien Städte, die Region Hannover sowie die Landkreise Harburg, Lüneburg, Leer und Wittmund, wo 2019 jeweils mindestens drei Viertel der Bruttowertschöpfung auf diesen Sektor fielen.

Definition des Indikators: Zu den wichtigsten Kennzahlen der regionalen VGR gehören das BIP, dessen nominale Veränderungsrate und die Bruttowertschöpfung (BWS). Das BIP umfasst den Wert aller innerhalb eines Wirtschaftsgebietes während einer bestimmten Periode produzierten Waren und Dienstleistungen. Es entspricht der BWS aller Wirtschaftsbereiche zuzüglich der Gütersteuern und abzüglich der Gütersubventionen. Das BIP und die nominale Veränderungsrate sind Ausdruck der wirtschaftlichen Leistung einer Region.

Methodische Hinweise: Für Regionalvergleiche ist ein Bezug auf die Einwohnerzahl (BIP pro Kopf) üblich. In Gebieten mit starken Pendlerverflechtungen ist der Indikator problematisch. Das BIP wird am Entstehungsort erhoben, die Bevölkerung wird jedoch an ihrem Wohnort erfasst. Da Niedersachsen zwei Stadtstaaten als Nachbarn hat, ist schon auf Ebene des Landes mit Verzerrungen zu rechnen, was bei der Interpretation dieses Indikators berücksichtigt werden muss. Auf Kreisebene wird die Veränderungsrate des BIP nur nominal nachgewiesen (ohne Preisbereinigung), da hier entsprechende Deflatoren fehlen.

Weiterführende Informationen: Anhang sowie www.statistik.niedersachsen.de > Themen > Konjunktur, VGR

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, HSBN 2022

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