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Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familie in Niedersachsen Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Schwangerschaftsabbrüche

In Niedersachsen wurden 2019 insgesamt 8.220 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen und damit 1,0% weniger als im Jahr zuvor. Mittelfristig gegenüber 2014 stieg die Zahl um 4,1% und deutschlandweit um 1,4% auf 99.804. Zwar stieg mittelfristig die absolute Zahl, bezogen auf 1.000 Lebendgeborene wurden im Jahr 2019 in Niedersachsen mit 112,2 Abbrüchen (2014: 118,9) jedoch weniger Abbrüche als in den Vorjahren vorgenommen. Niedriger als in Niedersachsen lag diese Häufigkeitszahl nur in drei Ländern, wobei Baden-Württemberg den geringsten Wert von 93,1 aufwies bei einem Bundesdurchschnitt von 128,3 Schwangerschaftsabbrüchen je 1.000 Lebendgeborenen (2014: 137,7).

Vergleichsweise viele Abbrüche wurden insbesondere in den ostdeutschen Ländern und in den Stadtstaaten vorgenommen, so in Berlin mit 244,2 Schwangerschaftsabbrüchen je 1.000 Lebendgeborene die relativ meisten.

Mit Blick auf das Alter der schwangeren Frauen sind bei Teenager-Schwangerschaften Abtreibungen besonders im Kontext mangelnder Sexualaufklärung als auch im Zusammenhang mit einem niedrigen Bildungsniveau zu erklären und einer damit zusammenhängenden mangelnden Berufs- und Zukunftsperspektive. (Vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), 2009: Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch bei minderjährigen Frauen,https://www.bzga.de/infomaterialien/archiv/schwangerschaft-und-schwangerschaftsabbruch-bei-minderjaehrigen-frauen-1, außerdem Kinder junger Mütter.) Im Jahr 2019 gab es in Niedersachsen 615 Schwangerschaftsabbrüche junger Frauen unter 20 Jahren, was einem Anteil von 7,5% an allen Schwangerschaftsabbrüchen bedeutete. Die Zahl der Abbrüche in dieser Altersgruppe verringerte sich jedoch entgegen dem Gesamtanstieg von 2014 zu 2019 um etwa ein Sechstel (16,6%). Die Quote der Schwangerschaftsabbrüche je 1.000 Lebendgeborene von Müttern im gleichen Alter lag im Jahr 2019 bei 482, allerdings gab es auch nur 1.276 Lebendgeborene von Frauen im Teenageralter. Wenn Teenager schwanger werden, ist die Wahrscheinlichkeit jedoch viel höher, dass ein Abbruch durchgeführt wird, als es bei Schwangeren insgesamt der Fall ist. So kam auf zwei Lebendgeburten von Frauen unter 20 Jahren ein Schwangerschaftsabbruch, bei den Frauen bis unter 55 Jahren insgesamt kam dagegen auf neun Lebendgeburten ein Schwangerschaftsabbruch.

Definition des Indikators: Der Indikator gibt die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche nach Altersgruppe der Frau und die Quote bezogen auf die Anzahl der Lebendgeburten im selben Jahr wieder.

Methodische Hinweise: Es handelt sich um eine Totalerhebung mit Auskunftspflicht der Inhaberinnen und Inhaber der Arztpraxen sowie Leiterinnen und Leiter der Krankenhäuser, in denen Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden.

Die rechtliche Voraussetzung eines Schwangerschaftsabbruches ergibt sich aus dem Vorliegen einer Indikation (medizinisch oder kriminologisch) oder nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Beratung durch eine anerkannte Beratungsstelle. In der Statistik werden auch Familienstand, Zahl der minderjährigen Kinder im Haushalt sowie die Zahl der bisher lebendgeborenen Kinder erfasst.

Weiterführende Informationen:www.ms.niedersachsen.de > Frauen und Gleichstellung > Frauen & Gesundheit > Schwangerschaftskonflikt/Schwangerschaftsabbruch, www.destatis.de > Themen > Gesellschaft und Umwelt > Gesundheit > Schwangerschaftsabbrüche sowie unter http://www.gbe-bund.de

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, HSBN 2021

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