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Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familie in Niedersachsen Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Kindertagesbetreuung

In Niedersachsen wurden zum Stichtag 1. März 2022 insgesamt 77.199 Kinder unter drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung beziehungsweise in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Damit stieg die Zahl der betreuten Kinder binnen eines Jahres deutlich um 7,5%, wohl auch bedingt durch einen "Nachholeffekt", durch die im Jahr zuvor herrschende Pandemiesituation, die damals zu weniger neuen Betreuungsverträgen führte. (Vgl. Statistisches Bundesamt (Destatis): 35,5% der unter Dreijährigen am 1. März 2022 in Kindertagesbetreuung, Pressemitteilung Nr. 451 vom 21. Oktober 2022, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/10/PD22_451_225.html (abgerufen am 19.01.2023).

Die Betreuungsquote, das heißt der Anteil der betreuten Kinder an allen Kindern in der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung, nahm um 1,9 Prozentpunkte auf 33,8% zu, womit in Niedersachsen erstmals knapp über ein Drittel der unter 3-Jährigen betreut wurden. Gleichzeitig war dies die dritthöchste Quote unter den westdeutschen Ländern. Deutschlandweit lag die Quote bei 35,5%, was einem Zuwachs von 1,1 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entsprach. In Niedersachsen variierten die Quoten zwischen 17,7 % in der kreisfreien Stadt Salzgitter und 41,9 % in der kreisfreien Stadt Oldenburg.

Die Ganztagsbetreuungsquote (mehr als sieben Stunden durchgehende tägliche Betreuung) der unter dreijährigen Kinder fiel in Niedersachsen 2022 mit 14,1% im Ländervergleich weiter am drittniedrigsten aus, ebenso bei den drei- bis unter sechsjährigen Kindern mit 38,8%. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Quoten um 0,6 Prozentpunkte beziehungsweise um 0,4 Prozentpunkte. Besonders niedrige Ganztagsbetreuungsquoten – im einstelligen Bereich – lagen in den Landkreisen in der statistischen Region Weser-Ems vor. In der Grafschaft Bentheim wurden nur 2,3% aller Kinder unter drei Jahren ganztags betreut, die Gesamtquote der unter dreijährigen betreuten Kinder fiel dort mit 35,2% indes überdurchschnittlich hoch aus. Am höchsten lag die Ganztagsbetreuungsquote mit 31,1% in der kreisfreien Stadt Wolfsburg, die Gesamtquote erreichte den vierthöchsten Wert mit 38,3%.

Kindern mit Zuwanderungsgeschichte erleichtert der Besuch einer Kindertageseinrichtung oder -pflegestelle die Integration und den späteren Schulverlauf, vor allem wenn in der Familie nicht Deutsch gesprochen wird. In Niedersachsen betrug 2020 die Betreuungsquote von unter dreijährigen Kindern mit Zuwanderungsgeschichte indes nur 17% gegenüber 42% bei Kindern ohne Zuwanderungsgeschichte (Deutschland: 21% und 43%). (Da beim Merkmal Migrationshintergrund/Zuwanderungsgeschichte auch der Mikrozensus als Datengrundlage herangezogen wird, gab es bei Redaktionsschluss noch keine Zahlen für das Berichtsjahr 2022. Definition "Migrationshintergrund", siehe Anhang.) In der Altersgruppe der Drei- bis unter Sechsjährigen betrug das Verhältnis 75% zu rechnerisch 101% (Deutschland: 81% zu 99%).
 
Der Anteil der betreuten unter Dreijährigen, von denen mindestens ein Elternteil ausländischer Herkunft war, lag in Niedersachsen 2022 bei 17,8% (Bundesdurchschnitt 2022: 22,2%). In den meisten kreisfreien Städten und in der Region Hannover mit größerem Gewicht der ausländischen Bevölkerung traf dies auf jedes vierte bis dritte der Kinder zu. Im Landkreis Friesland hatten hingegen nur 6,6% der unter dreijährigen betreuten Kinder Elternteile mit ausländischer Herkunft. In der Altersgruppe drei bis unter sechs Jahre war im Landkreis Wittmund der Anteil mit 12,7% am niedrigsten (Niedersachsen: 27,6%). In Salzgitter hatte mehr als die Hälfte der drei- bis unter sechsjährigen Kinder (52,7%) mindestens ein Elternteil mit nicht deutscher Herkunft. Nicht vorrangig Deutsch gesprochen wurde in mehr als jeder sechsten Familie (18,3%) aller unter sechsjährigen Kinder in Kindertagesbetreuung in Niedersachsen.

Definition des Indikators: Betreuungsquote: Anteil der Kinder einer Altersgruppe (mit Zuwanderungsgeschichte) in Kindertagesbetreuung an allen gleichaltrigen Kindern (mit Zuwanderungsgeschichte) in der Gesamtbevölkerung.

Methodische Hinweise: Bei den Zahlen in Tabelle und Karte 3.1.1 besuchen die erfassten Kinder möglicherweise noch andere Betreu-ungseinrichtungen, es kann so zu Doppelerfassungen kommen. Für Tabelle und Abbildung 3.1.2 gilt das nicht. Als Quelle für die Frage nach der ausländischen Herkunft mindestens eines Elternteils und danach, ob in der Familie vorrangig deutsch gesprochen wird, dienen die Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege. Quelle Betreuungsquote nach Migrationshintergrund (in Privathaushalten): Mikrozensus.

Weiterführende Informationen:  Anhang; www.statistik.niedersachsen.de > Themen > Soziales > Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen > Kindertagesbetreuung in Niedersachsen

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, HSBN 2023