MENÜ
Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familie in Niedersachsen Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Zuspitzung von Armutslagen – Folgen der Energiekrise und der Inflation

Minister Dr. Andreas Philippi und Dr. Gerhard Tepe, Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, stellen die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung mit Statistikteil und Anlagenbericht der LAG FW vor.

Jährlich liefert die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung Niedersachsen (HSBN) statistische Daten zur Armutsentwicklung in Niedersachsen. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) in Niedersachsen betrachtet hierzu ergänzend in einem Anlagenbericht einen Aspekt der Armutsentwicklung genauer und formuliert auf dieser Grundlage Empfehlungen für die Landespolitik.

Im Jahr 2023 liegt der Schwerpunkt des Berichts der LAG FW auf der Zuspitzung von Armutslagen durch die Folgen der Energiekrise und der Inflation. Hierzu wurden sechs Personengruppen identifiziert, die aufgrund der Erfahrungen in den Angeboten und Diensten der Wohlfahrtspflege besonders von den aktuellen Entwicklungen betroffen sind. Dies sind: Familien mit Kindern, Alleinerziehende, Menschen mit Migrationshintergrund, Bezieherinnen und Bezieher von Bürgergeld, Pflegende Angehörige und Seniorinnen und Senioren.

Als Schwerpunkt wird die Situation aus der unmittelbaren Sicht der Betroffenen betrachtet und dargestellt. Denn sie sind die Experten und Expertinnen ihrer Lebenslage. Entsprechend wurden Interviews mit Betroffenen geführt und Mitarbeiterbeitende aufgefordert, möglichst aus dem Blickwinkel der Betroffenen Eindrücke zu schildern. Berücksichtigung fanden so zehn Lebensgeschichten und fünf Interviews mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auf dieser Grundlage kommen verschiedene Lebenssituationen mit den bisherigen und aktuellen Herausforderungen zur Sprache.

Weiter enthält der Bericht Praxisbeispiele, in denen Einrichtungen oder Projekte vorgestellt werden, welche für die Betroffenen eine Unterstützung vor Ort anbieten und somit ihren Beitrag zu einer Verbesserung der aktuellen Lebenssituation dieser Menschen angesichts der Preissteigerungen leisten. Daran schließen sich die Handlungsbedarfe und Forderungen an die Landespolitik und weitere Akteure und Akteurinnen an. Die Grundlage dafür bilden Hinweise, die in den Interviews genannt wurden.

Den Abschluss des Berichts bildet ein Leitfaden für Gespräche, der in der Praxis verwendet werden kann. Die Fragen und ihre Struktur entsprechen zwar grundsätzlich dem Leitfaden für die Interviews, sind aber nicht deckungsgleich.

Die HSBN und der Anlagenbericht sind hier www.ms.niedersachsen.de/hsbn veröffentlicht.

Hintergrund:
In der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (LAG FW e. V.) sind die sechs Niedersächsischen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen: Dies sind Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Jüdische Wohlfahrt. Damit repräsentiert die LAG FW e. V. etwa 6.000 soziale Einrichtungen, Beratungsstellen und Dienste mit mehr als 230.000 hauptamtlich Beschäftigten und über 500.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Zur LAG FW e. V. gehören zudem die Landesstelle Jugendschutz, die Landesstelle für Suchtfragen, die LAG Arbeit | Bildung | Teilhabe und die Stelle für soziale Innovation der Freien Wohlfahrtspflege.