Region Hannover legt Sozialbericht 2015 vor
Wie entwickelt sich die Beschäftigung in der Region Hannover? Wie viele Menschen sind pflegebedürftig? Wie ist die Einkommenssituation der Einwohnerinnen und Einwohner in den 21 regionsangehörigen Städten und Gemeinden? Antworten auf diese und andere Fragen liefert der neue Sozialbericht der Region Hannover. Mit seinen Analysen, Daten und Fakten dient er als Indikator für soziale Lagen und als Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung. Der Sozialbericht 2015 wurde im Haus der Region in Hannover vorgestellt."Für uns sind die Zahlen des Sozialberichts Indikatoren, die selbst noch keine Antworten liefern, sondern Anlass zu weiteren Fragen und Erkundungen geben", so Erwin Jordan, Dezernent für soziale Infrastruktur der Region Hannover, anlässlich der Vorstellung des Sozialberichts am 17. März 2015. "Wir wollen die Lebensverhältnisse in unserer Region ständig verbessern. Dazu gehört, dass wir wissen, wie die soziale Realität in der Region ist und in welchen Bereichen wir ansetzen können."
Der Sozialbericht 2015 knüpft in seinen Inhalten an den im Jahr 2011 erschienenen Vorgängerbericht an. Zusätzlich werden nun erstmals oder in wesentlich erweiterter Form die Themen Migration, Wohnungslosigkeit oder Pflegebedürftigkeit behandelt. Außerdem zeigt der Bericht ein Szenario für die Entwicklung der Armutsgefährdung bis 2018 auf.
Trotz des sich positiv entwickelnden Arbeitsmarktes reichen für rund 135.000 Menschen (knapp 12 Prozent) der Einwohnerinnen und Einwohner in der Region Hannover die eigene Einkünfte nicht aus, um den eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren. Die meisten Empfängerinnen und Empfänger staatlicher Mindestsicherungsleistungen wohnen in der Landeshauptstadt und den damit eng verflochtenen Siedlungsräumen, in Garbsen, Seelze, Ronnenberg und Langenhagen. Im Norden der Region (Isernhagen, Wedemark, Burgwedel) und im Südwesten (Pattensen, Gehrden, Hemmingen, Wennigsen) ist der Anteil der Transferleistungsempfängerinnen und -empfänger am geringsten.
Wesentliche Ergebnisse zur Armutsgefährdung:
- Die Zahl aller Beschäftigungsverhältnisse ist seit 2004 um knapp 70.000 Menschen (13,3, Prozent) gestiegen. Gewachsen sind dabei aber vor allem die geringfügig entlohnte Beschäftigung im Nebenjob (+72,6 Prozent) und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Teilzeit (+55,1 Prozent). Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Vollzeit hat sich in den letzten zehn Jahren dagegen kaum erhöht (+1,9 Prozent). Jedes siebte bis achte Hauptbeschäftigungsverhältnis (13,3 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse) ist ein Minijob und nur geringfügig entlohnt.
- Schreibt man die Entwicklung der Armutsgefährdungsquoten der letzten Jahre linear fort, würde die gesamtdurchschnittliche Armutsgefährdungsquote für Niedersachsen bis 2018 mit 16,0% nur geringfügig ansteigen. Allerdings nimmt die Armutsgefährdung besonders für Erwerbslose, für Alleinerziehende und für gering Qualifizierte, die bereits jetzt überdurchschnittlich stark von Armut bedroht sind, weiter zu. Außerdem ist absehbar, dass "Altersarmut" zusehends zu einem zentralen gesellschaftlichen Thema wird, was sich bereits heute in der ansteigenden Armutsgefährdungsquote der Rentnerinnen und Rentner ausdrückt.
- Kommunale Berichte/Region Hannover
- Pressemitteilung der Region Hannover vom 17. März 2015 unter www.hannover.de


