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Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
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HSBN 2022: Jedes fünfte Kind von Armut bedroht

Der Anlagenbericht wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt (ISS) erarbeitet.

Der HSBN-Bericht zeigt anhand von Zahlen und Fakten ein genaues Bild von Kinderarmut in Niedersachsen und verdeutlicht, dass die Problematik der Kinderarmut kein neues Phänomen ist. Es handelt sich vielmehr um ein strukturelles Problem, das immer noch ungelöst ist, da es zu wenig Beachtung findet.

"Armut ist als eine mehrdimensionale soziale Herausforderung zu verstehen, die grundsätzlich keine Folge individuellen Versagens ist, sondern vorrangig ein gesellschaftliches und strukturelles Problem darstellt ", so Marco Brunotte, Vorsitzender der LAG FW. Obwohl Deutschland zu einem der reichsten Industrieländer der Welt zählt, sei jedes fünfte Kind in Niedersachsen von Armut betroffen bzw. bedroht. Gemeinsames, sofortiges Handeln im Kampf gegen Kinderarmut sei deshalb dringend erforderlich.

Armut ist sozial ungleich verteilt. Ein Blick auf die Risikofaktoren im Bericht zeigt aber auch, dass Armut von Kindern meist gleichbedeutend mit Armut von Familien ist. So weisen nach wie vor alleinerziehende Frauen ein doppelt so hohes Armutsrisiko auf, wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Die Auswirkungen sind dabei gravierend und betreffen nicht nur den materiellen Bereich, sondern auch den Sozialen, Kulturellen und Gesundheitlichen. Der Anlagenbericht stellt nicht nur die Risikofaktoren und Auswirkungen von Armut dar, sondern zeigt auch auf, welche Schutzfaktoren auf der persönlichen, familiären und außerfamiliären Ebene dazu beitragen können, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Zur Reduzierung von Armutsfolgen haben unterschiedliche Träger aus ganz Niedersachsen eine Vielzahl von Praxisprojekten ins Leben gerufen, denen sich eine Reihe von Vorschlägen und Forderungen an die Politik anschließen.

Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens betont: "Der HSBN-Bericht zeigt, wie wichtig es ist, Kindern und Jugendlichen - unabhängig der finanziellen Leistungsfähigkeit des Elternhauses - gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Das staatliche Handeln reicht hier bspw. von der Eröffnung von Bildungschancen bis hin zu Gestaltungsmöglichkeiten im Freizeitbereich. Besonders Alleinerziehende müssen in ihren Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter gestärkt werden."

Die gegenwärtige Teuerungswelle trifft einkommensschwache Familien besonders hart. Im Kampf gegen die Kinderarmut sind weitere Schritte mit dem niedersächsischen Härtefallfonds im Rahmen des landesweiten Bündnisses zur Abmilderung sozialer Folgen der Teuerungswelle und der Aufstockung der Förderung der sozialen Schuldnerberatung vorangebracht.

"Davon profitieren auch Kinder, weil es ihnen immer nur so gut gehen kann wie ihren Familien", hebt die Ministerin hervor. "Mein Dank geht an die LAG FW, die mit ihren Beratungsstellen, aber auch Angeboten im Bildungsbereich an vielen Stellen wertvolle Arbeit leistet."

Die LAG FW und das Sozialministerium begrüßen die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarte Absicht eine Kindergrundsicherung einzuführen. Daniela Behrens und Marco Brunotte plädieren auch in Anbetracht der aktuellen Teuerungswelle für Energie und Lebensmittel dafür, dass die angekündigten Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden müssen.

Die HSBN und der Anlagenbericht wurden auf der Webseite des Niedersächsischen Sozialministeriums veröffentlicht. www.ms.niedersachsen.de

Zum Hintergrund:

In der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (LAG FW e. V.) sind die sechs Niedersächsischen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen: Dies sind Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Jüdische Wohlfahrt. Damit repräsentiert die LAG FW e. V. etwa 6.000 soziale Einrichtungen, Beratungsstellen und Dienste mit mehr als 230.000 hauptamtlich Beschäftigten und über 500.000 ehrenamtlichen Helfer*innen. Zur LAG FW e. V. gehören zudem die Landesstelle Jugendschutz, die Landesstelle für Suchtfragen, die LAG Arbeit | Bildung | Teilhabe und die Stelle für soziale Innovation der Freien Wohlfahrtspflege.

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