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Kindertagesbetreuung

Die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen oder in Kindertagespflege dient neben der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf insbesondere der Chancengerechtigkeit und Förderung aller Kinder und zielt auf die Stärkung der frühkindlichen Bildung ab.

In Niedersachsen wurden zum Stichtag 1. März 2019 insgesamt 72.011 Kinder unter drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung bzw. öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies eine Steigerung um 5,6 % (2018: 68.176; 2017: 64.067). Die Betreuungsquote vergrößerte sich ähnlich wie im Jahr zuvor um 1,2 Prozentpunkte auf 32,1 %. Die Zahl der betreuten Kinder und die Quote stiegen damit stärker an als im Bundesdurchschnitt (+3,7 %, bzw. +0,7 Prozentpunkte), auch wenn die bundesweite Betreuungsquote 2019 mit 34,3 % noch höher ausfiel. Unter den westdeutschen Ländern war die niedersächsische Quote nach Hamburg und Schleswig-Holstein am dritthöchsten.

Insbesondere bei Kindern mit Zuwanderungsgeschichte, die in der Familie nicht Deutsch sprechen, erleichtert der Besuch einer Tageseinrichtung für Kinder oder einer Kindertagespflegestelle die sprachliche Integration und dadurch den späteren Schulverlauf. Dabei verharrte die Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren mit Zuwanderungsgeschichte von 2014 bis 2018 in Niedersachsen auf einem stark unterdurchschnittlichen Niveau von 15 %. Bei den Kindern ohne Zuwanderungsgeschichte stieg sie gleichzeitig auf 39 % an. Deutschlandweit wurden 2018 ein Fünftel (20 %) der Kinder mit Migrationshintergrund im Alter von unter 3 Jahren betreut. Die Diskrepanz bei den Betreuungsquoten zwischen Kindern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte ist im Vergleich der westdeutschen Länder in Niedersachsen am höchsten. Auch bei den 3- bis unter 6-Jährigen waren große Unterschiede zu beobachten.

So betrug 2018 in Niedersachsen der Anteil der unter 3-jährigen betreuten Kindern von denen mindestens ein Elternteil ausländischer Herkunft war 16,6 % (2017: 15,9 %; Bundesdurchschnitt: 20,9 %). In den meisten kreisfreien Städten und in der Region Hannover traf dies auf ein Fünftel bis mehr als ein Viertel der Kinder zu, also dort wo auch die Anteile der ausländischen Bevölkerung vergleichsweise hoch waren. Im Landkreis Wittmund hatte nur etwa jedes 20. betreute Kind (4,8 %) mindestens einen Elternteil mit ausländischer Herkunft. Im Kindergarten (drei bis unter sechs Jahre) war auch hier der Anteil mit 9,7 % am niedrigsten und in Delmenhorst (46,0 %) und Salzgitter (45,4 %) am höchsten. Der niedersächsische Durchschnitt betrug 25,6 %.

Fast jedes siebte (15,2 %) aller 332.283 unter 14-jährigen Kinder in Kindertagesbetreuung (in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege zusammen) lebte in einer Familie, in der nicht vorrangig Deutsch gesprochen wurde (50.548 Kinder).

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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