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Alleinerziehende

Im Jahr 2018 lebten in Niedersachsen 237.500 Alleinerziehende, wovon 198.500 bzw. 83,6 % Frauen und 16,4 % Männer waren. Gegenüber 2013 verringerte sich die Alleinerziehendenzahl um 2,1 %. Die Zahl der Mütter ging um 6,1 % zurück und die der Väter wuchs um 4,0 %.

Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern machten 2018 mit 137.500 Müttern und Vätern 57,9 % an allen Alleinerziehenden aus. Sie sind in der Regel mit einem höheren Betreuungs- bzw. Erziehungs- oder Pflegeaufwand konfrontiert als diejenigen mit ausschließlich erwachsenen Kindern. Fünf Jahre zuvor waren es noch 63,3 %, ihre Zahl sank seitdem um 9,4 %. Im Jahr 2018 lebten bei den alleinerziehenden Elternteilen 199.700 Kinder unter 18 Jahren, das war etwas weniger als jedes sechste Kind in dieser Altersgruppe (15,7 %).

Mehr als jede bzw. jeder vierte Alleinerziehende minderjähriger Kinder (27,3 %) verfügte 2018 über die Fach- und Hochschulreife. Über einen Realschulabschluss verfügten
40,4 % und über höchstens einen Hauptschulabschluss 30,3 % (darunter 6,9 % ohne allgemeinen Schulabschluss). Ohne beruflichen Abschluss waren 27,4 %. Damit haben Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren seltener hohe Schulabschlüsse als die Gesamtbevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahren. Hier betrugen die Anteile bei den Abschlüssen Fach- und Hochschulreife: 33,3 %, Realschule: 34,1 %, höchstens Hauptschulabschluss: 26,1 % (darunter ohne allgemeinen Schulabschluss: 4,0 %). Keinen beruflichen Abschluss hatten 27,0 %.

Die Erwerbsbeteiligung von Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern lag 2018 bei 75,7 % und damit auf dem Niveau der Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Dabei lag der Anteil der atypisch Beschäftigten (in Teilzeit mit 20 oder weniger Arbeitsstunden pro Woche oder geringfügig, befristet oder in Zeitarbeit beschäftigt) unter den alleinerziehenden Kernerwerbstätigen mit minderjährigen Kindern mit 31,9 % auf einem vergleichbaren Niveau wie bei den kernerwerbstätigen Frauen insgesamt (33,5 %). (Hier der Vergleich an Frauen insgesamt, da der Anteil der alleinerziehenden Männer mit Kindern unter 18 Jahren an allen Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern sehr gering ist (11,2 %).) Von den alleinerziehenden Müttern mit Kindern unter 18 Jahren waren zwei Drittel (66,6 %) aktiv erwerbstätig und damit häufiger als Mütter mit minderjährigen Kindern insgesamt (62,5 %). Trotzdem sind sie stärker armutsgefährdet als Paarfamilien, was insbesondere am fehlenden zweiten Einkommen im Haushalt begründet ist.

Fast ein Drittel (33,1 %) der Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern musste mit höchstens 1.500 Euro netto im Monat auskommen. So waren auch 73.408 bzw. rund
37 % der Alleinerziehenden-Kinder unter 18 Jahren im Juni 2018 auf SGB II-Leistungen angewiesen.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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