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Erziehungshilfen und Schutzmaßnahmen

Sorgeberechtigte haben einen Rechtsanspruch auf Hilfe zur Erziehung, wenn eine dem Wohl des Kindes oder der bzw. des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist und die Hilfe für ihre bzw. seine Entwicklung geeignet und notwendig ist. Zu den typischen Formen von Erziehungshilfe gehören: familienunterstützende (Erziehungsberatung, sozialpädagogische Familienhilfe, soziale Gruppenarbeit, Erziehungsbeistände), familienergänzende (Tagesgruppe) und familienersetzende/ -ergänzende Hilfen (Vollzeitpflege, Heimerziehung oder sonstige Wohnformen, intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung).

Ende 2018 waren in Niedersachsen 19.559 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende bis unter 21 Jahre in einer anderen Familie bzw. einem Heim untergebracht oder in einer Tagesgruppe betreut. 12,2 je 1.000 unter 21-Jährige haben diese familienersetzenden und -ergänzenden Hilfen erhalten, 5,7 in der Heimerziehung und 5,2 in Form von Vollzeitpflege in einer anderen Familie. Hohe Quoten gab es gehäuft insbesondere in Südniedersachsen und in den Landkreisen und kreisfreien Städten im Nordwesten des Landes, die höchsten allerdings im Landkreis Lüchow-Dannenberg (23,1; Minimum: Wolfsburg: 4,6).

Zu den weiteren Aufgaben der Jugendhilfe gehören unter anderem Pfleg- und Vormundschaften für Kinder und Jugendliche sowie vorläufige Schutzmaßnahmen (Gesamtübersicht siehe § 2 (Absatz 3) SGB VIII) . Letzteres meint von den Jugendämtern in Obhut genommene Kinder und Jugendliche, die akut gefährdet sind oder um Inobhutnahme bitten. Ihre Zahl ging 2018 gegenüber 2017 in Niedersachsen um 0,6 % auf 5.288 zurück, was vor allem auf den Rückgang der in Obhut genommenen unbegleitet eingereisten Minderjährigen aus dem Ausland zurückzuführen war (-36,0 %). Ihr Anteil an allen Inobhutnahmen verringerte sich 2018 so auch auf 16,5 % (Deutschland: 23,2 %). Dagegen stieg die Zahl der Schutzmaßnahmen aus anderen Gründen, insbesondere wegen Anzeichen für körperliche und bzw. oder psychische Kindesmisshandlung (+47,4 % auf 684 Fälle). Der häufigste Anlass war "Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils" (38,0 %; Deutschland: 33,7 %). Auf 10.000 Minderjährige kamen in Niedersachsen 39,8 vorläufige Schutzmaßnahmen (Deutschland: 38,7).

Unter die gesetzlichen Vertretungen, die die Jugendhilfe leistet fallen auch Beistandschaften, wovon es 2018 insgesamt 65.247 gab. Dabei unterstützen die Jugendämter vor allem bei der Vaterschaftsfeststellung oder der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen von Alleinerziehenden. Auf 10.000 Minderjährige kamen 2018 in Niedersachsen 491,0 Beistandschaften.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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