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Lebensformen: Haushalte und Familien

Der demografische Wandel spiegelt sich auch im Wandel des Zusammenlebens, der Familienformen und Haushaltsstrukturen wider. Bei Letzteren ist insbesondere die Entwicklung der Einpersonenhaushalte hervorzuheben, da diese einem doppelt so hohen Armutsrisiko ausgesetzt sind wie der Durchschnitt der Bevölkerung.

Einpersonenhaushalte machten in Niedersachsen 2018 mittlerweile mehr als 42 % an allen Haushalten aus, in denen rund 20 % der Bevölkerung lebten. Bei den Menschen im Rentenalter ab 65 Jahre war es sogar ein Drittel, vor allem weil der Partner oder die Partnerin verstorben ist. Insbesondere Frauen sind dadurch einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Menschen in dieser Altersgruppe weiter zu.

Aber auch junge Menschen lebten 2018 überdurchschnittlich oft in Einpersonenhaushalten (29,3 % der 20 bis unter 30-Jährigen) mit steigender Tendenz. Das hat wohl auch damit zu tun, dass die Gründung einer Familie immer weiter nach hinten verschoben wird. Insbesondere diese Entwicklungen bei der jüngeren und der älteren Generation führen dazu, dass es immer mehr Einpersonenhaushalte gibt. Nicht immer handelt es sich bei den Einpersonenhaushalten um Alleinlebende. Es kann sich hier mitunter auch um Wohngemeinschaften handeln, deren Mitglieder in einer Wohnung zusammenleben, aber jeweils einen eigenen Haushalt führen. Auch kann es sich um bilokale Lebenspartnerschaften handeln (mit zwei verschiedenen Haushalten bzw. Wohnungen), die im Mikrozensus, der bei den Lebensformen als Datenquelle dient, jedoch nicht abgebildet werden können.

Der Wandel der Familien ist zum einen gekennzeichnet durch einen Rückgang der Anzahl der Familien: 2018 gab es in Niedersachsen 1,08 Mio. Familien und damit rund 59.000 weniger als zehn Jahre zuvor bzw. 100.000 weniger als im Jahr 2005. Dies ist zunächst demografisch mit dem jahrzehntelangen Rückgang der Geburtenzahlen zu erklären. Zeugt eine Generation weniger Kinder, so schrumpft auch das Potenzial aus dem Familien entstehen können. Einen Migrationshintergrund hatten mit 324.000 bzw. 29,9 % der Familien so viele wie nie zuvor.

Zum anderen ändert sich auch die Struktur bzw. die Form des Zusammenlebens der Familien. Dieser Strukturwandel ist durch einen Zuwachs der Zahl der Lebensgemeinschaften, den steigenden Anteilen kleinerer Familien und unverheirateter Paare mit Kindern sowie langfristig durch mehr Alleinerziehende geprägt.

Zwar stieg die Zahl der Eheschließungen in den letzten zehn Jahren (2008 bis 2018) wieder kontinuierlich an und die Ehe ist nach wie vor die verbreitetste Lebensform in Deutschland bzw. Niedersachsen. Der Anteil der Ehepaare unter den Familien nimmt jedoch weiter ab.

Die Zahl der Alleinerziehenden nahm 2018 im Vergleich zu 2013 zwar stärker ab (-2,1 % auf 238 000) als die Zahl der Familien insgesamt (-0,7 %). Ein eindeutiger Trend war bei den Alleinerziehenden in dieser Zeit jedoch nicht zu erkennen, eher eine Stabilisierung des Niveaus mit leichten Schwankungen. Dabei ist diese Familienform einem besonders hohen Armutsrisiko ausgesetzt. Unter 18-jährige Kinder hatten 138.000 der Alleinerziehenden, womit mehr als jede sechste Familie (18,0 %) mit minderjährigen Kindern eine Alleinerziehendenfamilie war.

Zu den Familien gehören in den folgenden Betrachtungen Ehepaare, Lebensgemeinschaften und Alleinerziehende mit Kindern (minderjährig und erwachsen). Nicht zu den Familien in diesem Sinne gehören Eltern, deren Kinder den elterlichen Haushalt bereits verlassen haben.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020


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