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Unterbeschäftigung und Verteilung der Arbeitslosen nach Rechtskreisen

Ein umfassenderes Bild über das tatsächliche Ausmaß an fehlender Beschäftigung liefert ergänzend zur Arbeitslosenquote die Unterbeschäftigungsquote. Sie schließt Personengruppen mit ein, die in der Arbeitslosenstatistik nicht als arbeitslos gezählt werden, obwohl sie ohne ein geregeltes Beschäftigungsverhältnis sind und ein solches anstreben. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen werden auch Personen abgebildet, die im Sinne des SGB III nicht als arbeitslos gezählt werden, weil sie an einer Arbeitsförderungsmaßnahme teilnehmen oder kurzfristig erkrankt sind.

In Niedersachsen waren im Dezember 2016 insgesamt 335.263 Personen unterbeschäftigt, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 14.674 Personen bzw. 4,6 %. Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 7,8 % deutlich über der Arbeitslosenquote im gleichen Berichtsmonat (5,8 %). Etwa drei von vier Unterbeschäftigten (73,5 %) waren auch arbeitslos. Regional unterschiedlich hohe Anteile der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung lassen auf ein unterschiedliches Ausmaß der örtlichen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen schließen.

Bei dauerhafter Arbeitslosigkeit sinken die Chancen der Arbeitssuchenden auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb gibt das jeweilige örtliche Verhältnis von Arbeitslosenquoten der Rechtskreise SGB II und SGB III einen weiteren Hinweis auf die regional differierenden Beschäftigungschancen für Arbeitslose: Zwei Drittel der Beschäftigungsaufnahmen am ersten Arbeitsmarkt erfolgen von Arbeitslosen nach dem SGB III, im Bestand machen sie jedoch nur 30,2 % aus und in SGB III 69,2 %.

In Niedersachsen war die Arbeitslosenquote im Rechtskreis SGB II mit 4,0 % etwa doppelt so hoch wie im SGB III-Bereich (1,9 %). In der kreisfreien Stadt Wilhelmshaven teilte sich die Arbeitslosenquote von 11,9 % nach Rechtskreisen in 2,0 % SGB III und 9,8 % SGB II auf.

Eine hohe Arbeitslosigkeit ist in der Regel Ausdruck einer starken Verfestigung der Arbeitslosigkeit mit vielen Langzeitarbeitslosen. Wo die Arbeitslosenquote insgesamt eher niedrig war, war in der Regel auch die Aufteilung in den beiden Rechtskreisen relativ ausgeglichen.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (HSBN 2018)

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