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Armutsgefährdung in NIedersachsen 2019 höher als in den Vorjahren

Die Armutsgefährdungsquote lag im Jahr 2019 in Niedersachsen bei 16,0% und damit 1,0 Prozentpunkte über dem Niveau des Vorjahres. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilte, waren damit circa 1,26 Millionen Menschen von relativer Einkommensarmut betroffen. Im Bundesdurchschnitt betrug die Quote 15,9% (+0,4 Prozentpunkte).

Als armutsgefährdet gelten alle Personen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 60% des regionalen Durchschnitts, gemessen am Median. Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2019 in Niedersachsen für einen Einpersonenhaushalt bei 1.049 Euro, für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2.203 Euro. Bei Haushalten von Alleinerziehenden mit einem Kind unter 14 Jahren waren es 1.364 Euro.

Zwar stieg bei fast allen Altersgruppen und Haushaltstypen die Armutsgefährdung an. Besonders deutlich zeigte sich der Anstieg jedoch bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Mit 21,7% waren anteilig so viele Minderjährige wie noch nie seit Berechnung der Zahlen ab 2005 von Armut bedroht. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Quote um 2,4 Prozentpunkte. Die Armutsgefährdung im Alter nahm ebenfalls überdurchschnittlich zu (+1,2 Prozentpunkte). Unter den Menschen im Alter von 65 Jahren und mehr waren 2019 nunmehr 15,4% armutsgefährdet.

Auch die zuletzt gesunkene Quote bei Alleinerziehendenhaushalten mit unter 18-jährigen Kindern stieg 2019 wieder deutlich um 4,8 Prozentpunkte auf 43,5% an.

Insgesamt zeigt sich, dass der Anstieg der Gesamtquote 2019 im Vergleich zu 2018 vor allem darauf zurückzuführen ist, dass sich die Einkommenssituation von Haushalten mit minderjährigen Kindern schlechter entwickelt hat als diejenige von Haushalten ohne minderjährige Kinder. Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren machten an allen armutsgefährdeten Haushalten 43,4% aus (+2,9 Prozentpunkte). Mehrpersonenhaushalte ohne minderjährige Kinder hatten einen Anteil von 21,6% (-1,3 Prozentpunkte) und Einpersonenhaushalte 34,9% (-1,6 Prozentpunkte).

Pressemitteilung Landesamt für Statistik Niedersachsen, 13.08.2020
www.statistik.niedersachsen.de

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