Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Schriftzug Familien in Niedersachsen

Schriftzug Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Suche

Monitor Nachhaltige Kommune 2018

2019_Monitor-Nachhaltige-KommuneDie Bertelsmann Stiftung hat den dritten "Monitor Nachhaltige Kommune" herausgegeben. Der Bericht legt den Schwerpunkt auf das Nachhaltigkeitsziel "Keine Armut", das erste der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Ein Ergebnis der Untersuchung: Armut ist in Deutschland nach wie vor ungleich verteilt. Besonders in den deutschen Großstädten ist die Armutsquote höher als im Bundesdurchschnitt und die Bevölkerung in diesen Städten nimmt Armut verstärkt wahr.

Die Armutsquote in den deutschen Großstädten liegt auf einem deutlich höheren Niveau als in Deutschland insgesamt. So betrug der Anteil der Sozialleistungsempfängerinnen und -empfänger an der Bevölkerung 2016 deutschlandweit 10,1 Prozent. In den Großstädten, also den Städten über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, lag er dagegen bei 14,0 Prozent, also knapp vier Prozentpunkte höher.

Die Bevölkerung der deutschen Großstädte nimmt Armut vor Ort größtenteils als steigend wahr: 46 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner von Großstädten waren im Jahr 2018 der Meinung, dass die Armut in ihrer Stadt in den vergangenen zehn Jahren gestiegen sei. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Bundesweit sind nur etwa ein Drittel (34 Prozent) der Befragten dieser Meinung.

Dabei fällt auf: Das Armutsproblem wird für umso dringlicher gehalten, je mehr Einwohnerinnen und Einwohner der Wohnort hat. Für 27 Prozent aller Befragten ist die Armut vor Ort "ein großes" oder "sehr großes Problem". Bei den Befragten aus Großstädten liegt dieser Wert bei 51 Prozent und damit ungefähr doppelt so hoch wie im Durchschnitt.

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) befragte außerdem die Verwaltungsleitungen der 80 deutschen Großstädte über die Bedeutung von Armut vor Ort. Während über alle Kommunen betrachtet die Armut vor Ort nur für sechs Prozent der Verwaltungsleitungen "ein großes" oder "sehr großes Problem" darstellt, trifft dies auf 22 Prozent der Verwaltungsleitungen von Großstädten über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner zu.

Zu den ergriffenen Maßnahmen der Armutsbekämpfung gehören Pflichtaufgaben, wie vor allem die Umsetzung der Sozialgesetze des Bundes und der Länder, aber auch freiwillige Aufgaben, wie zum Beispiel die Förderung von Kinder- und Jugendeinrichtungen oder von Sport-, Kultur- und Verkehrsangeboten. Verbesserungsbedarf wird bei der Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung sowie bei freiwilligen sozialen Leistungen, die vielfältig, gut zugänglich und gezielt auf einzelne Stadtteile angepasst sind, gesehen.

Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt, über kleinräumige Armutsberichte Transparenz über die Gesamtsituation in einzelnen Stadtteilen zu schaffen. Dies sei eine Grundvoraussetzung dafür, dass Großstädte eine integrierte Strategie für die nachhaltige Bekämpfung und Vermeidung von Armut entwickeln könnten.

Quelle: Bertelsmann Stiftung, 02.04.2019
www.bertelsmann-stiftung.de

<<< zurück