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Schriftzug Familien in Niedersachsen

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AGJ zu Kinderarmut und Familienpolitik

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) analysiert in einem Diskussionspapier das Armutsrisiko von Kindern und Jugendlichen und deren Familien und setzt verschiedene Armutsdimensionen in Bezug zu familienunterstützenden Leistungen.

Rund jedes sechste Kind unter drei Jahren wächst in Deutschland in Armut auf. Für über die Hälfte der armen Kinder sei Armut keine Episode in ihrem Leben, sondern ein anhaltendender Normal- oder Dauerzustand, so die AGJ. Selbst in Zeiten guter Konjunkturdaten, abnehmender Arbeitslosigkeit und steigender Sozialausgaben könne eine anhaltend hohe Armutsbetroffenheit von Kindern und Jugendlichen und deren Familien festgestellt werden. Die Armutsbetroffenheit von Kindern ist abhängig von der Familienform, in der sie aufwachsen und leben. Kinder aus Haushalten von Alleinerziehenden, Mehrkindfamilien oder Familien mit Migrationshintergrund sind häufiger von Armut betroffen als Paarfamilien mit einem oder zwei Kindern.

Um die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen hinreichend abbilden und gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, müssen nach Ansicht der AGJ weitere neben der ökonimschen Situation weitere Armutsdimensionen und Handlungsfelder in den Blick genommen werden. Hierfür wäre es auch hilfreich im Rahmen der Armuts- und Reichtumsberichterstattung umfassendere Indikatoren für die Beschreibung von Armutsdimensionen zu entwickeln.

Für die AGJ müssen das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen sowie die Verwirklichung ihrer Rechte Richtschnur des politischen Handelns in Bund, Ländern und Kommunen sein. Das bedeutet im Kern auch, die Armut von Kindern und Jugendlichen in allen Dimensionen zu erfassen und wirksam zu bekämpfen und dafür Sorge zu tragen, dass Kindern und Jugendlichen Verwirklichungschancen geboten werden, damit sie zu selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Menschen heranwachsen können.

Um diesem Anspruch Rechnung zu tragen, braucht es nach Ansicht der AGJ eine familienpolitische Gesamtstrategie, die als Querschnittsaufgabe konzipiert ist und alle gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure und Ebenen einbezieht.

Das vollständige Diskussionspapier
"Kinderarmut und Familienpolitik in Deutschland – eine fachpolitische Einordnung" steht auf der Website der AGJ zur Verfügung.

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