Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Schriftzug Familien in Niedersachsen

Schriftzug Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Suche

nak veröffentlicht Schattenbericht zur Armut in Deutschland

2019_nak-Schattenbericht-2018 Die Nationale Armutskonferenz (nak) hat ihren dritten Schattenbericht zur Armut in Deutschland veröffentlicht. Der Bericht gibt einen Überblick über den armutspolitischen Handlungsbedarf und lässt Betroffene zu Wort kommen. Die nak ist die deutsche Sektion des Europäischen Armutsnetzwerks EAPN (European Anti Poverty Network). Sie ist ein Bündnis von Organisationen, Verbänden und Initiativen, die sich für eine aktive Politik der Armutsbekämpfung einsetzen.

"Armut in Deutschland hat eine menschenrechtliche Dimension. Sie zu bekämpfen ist keine Wohltätigkeit, sondern eine Verpflichtung", betonte nak-Sprecherin Barbara Eschen. Insbesondere in Hinblick auf die Bekämpfung von Erwerbsarmut sehe sie enormen Handlungsbedarf, erklärte Eschen. Für viele Menschen in Beschäftigung sei Armut bittere Realität - obwohl Wirtschaft und Arbeitsmarkt boomen. In Deutschland hat sich die Erwerbsarmut in den letzten zehn Jahren dem Bericht zufolge verdoppelt: Zwischen 2004 und 2014 stieg der Anteil der "working poor" an allen Erwerbstätigen auf 9,6%.

Besonders problematisch seien Minijobs mit derzeit 7,5 Millionen Beschäftigten, ergänzte Erika Biehn, die als Betroffenenvertreterin in der nak aktiv ist. "Diese ermöglichen in der Regel keinen Einstieg in gute Arbeit, sondern sind berufliche Sackgassen mit mangelnden Perspektiven, niedrigen Einkommen und oftmals schlechten Arbeitsbedingungen. Insbesondere für Frauen", so Biehn.

Ein weiteres Problem sieht die Nationale Armutskonferenz in einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum in vielen deutschen Städten. Dies treffe einkommensarme Haushalte, insbesondere Alleinerziehende, Studierende, Geflüchtete oder Seniorinnen und Senioren. Die nak fordert daher die Stärkung des Sozialen Wohnungsbaus sowie die realistische Ermittlung angemessener Wohnkosten in der Grundsicherung.

Gefordert sei außerdem eine Neuorientierung der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Beschäftigungspolitik sollte nach Ansicht der nak auf Sanktionen und Druck verzichten und vielmehr die Motivation und Selbstbestimmung der Menschen unterstützen. Notwendig seinen zudem höhere Regelsätze in der Grundsicherung und die weitere Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns.

Quelle:
Pressemitteilung Nationale Armutskonferenz, 17.10.2018
www.nationale-armutskonferenz.de

Link zum Download:
Nationale Armutskonferenz (nak) (Hrsg.): Armut stört. Schattenbericht der Nationalen Armutskonferenz. Berlin, Oktober 2018.

<<< zurück