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Bekämpfte Armut in Niedersachsen

Ende 2014 erhielten 721.659 Personen bzw. 9,2 % der Bevölkerung in Niedersachsen Mindestsicherungsleistungen. Gegenüber dem Vorjahr stieg sowohl die Anzahl (+2,0 %) als auch die Quote (+0,1 Prozentpunkte) der Empfängerinnen und Empfänger.

Den größten Anteil der Leistungsarten hatten mit über 79,0 % die SGB-II-Leistungen (darunter 56,0 % ALG II). Mit weitem Abstand folgte mit 14,4 % die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Die Entwicklung der einzelnen Leistungsarten verlief sehr unterschiedlich. Die Mindestsicherungsquote der Minderjährigen war mit 15,5 % relativ hoch. Bei dieser Altersgruppe war im Vergleich mit dem Vorjahr ein überdurchschnittlicher Anstieg von 0,5 Prozentpunkten festzustellen. Minderjährige ohne deutsche Staatsbürgerschaft waren mit 55,1 % und einem Anstieg der Quote im Vergleich mit dem Vorjahr um 1,9 Prozentpunkte erheblich stärker betroffen als unter 18-jährige Deutsche.

Mitte 2014 erhielten 580.668 Hilfebedürftige SGB-II-Leistungen. Zu den Hilfebedürftigen zählten 412.915 erwerbsfähige und 167.753 nicht erwerbsfähige Menschen. 15,3 % der unter 15-Jährigen in Niedersachsen lebten in SGB-II- Bedarfsgemeinschaften; das entsprach dem Bundesniveau (15,4 %). Die Quote, oft als Kinderarmutsquote, hier genauer als "SGB-IIKinderarmutsquote" bezeichnet, reichte von 7,2 % in Bayern bis 33,0 % in Berlin. 17,7 % der unter 3-Jährigen (bzw. deren Eltern) erhielten in Niedersachsen SGB-II-Leistungen. Im Landkreis Emsland war mit 9,5 % die Quote am niedrigsten und mit 36,3 % der kreisfreien Stadt Wilhelmshaven am höchsten.

Bei einem beachtlichen Teil der Leistungsbeziehenden hat sich die Hilfebedürftigkeit stark verfestigt: Im Juni 2014 erhielten etwa die Hälfte der SGB-II-Leistungsempfänger bereits seit mindestens vier Jahren Leistungen (Bestandsdaten). Die Abgangsdaten zeigen: Nur 12 von 100 erwerbsfähigen Hilfebedürftigen hatten im Juni 2014 bereits nach weniger als drei Monaten ihren SGB-II-Bezug wieder beendet. Das durchschnittliche Risiko, im SGB-II-Bezug zu verbleiben bzw. die Chance auf schnelle Beendigung des Leistungsbezugs, differierten regional stark.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

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