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Bekämpfte Armut: Soziale Mindestsicherung

Die "Bekämpfte Armut" bezeichnet das Ausmaß der Abhängigkeit von staatlichen Mindestsicherungsleistungen, deren Empfängerinnen und Empfänger als "behördlich wahrgenommen" arm gelten: Durch die Transferleistungen soll ihnen eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden.

Fünf Hilfearten gehören zur "Sozialen Mindestsicherung": Leistungen nach
SGB II (ALG II und Sozialgeld) und die Sozialhilfe nach SGB XII (Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen und die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung) sowie die Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Hinzu kommt die Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG), die jedoch nur bis auf Länderebene darstellbar ist. In den analysierten Zahlen zur Mindestsicherung unterhalb der Länderebene fehlt deshalb die Kriegsopferfürsorge.

Im Rahmen der HSBN ist die regionale Darstellungsebene die der Kreise und kreisfreien Städte. In der LSN-Online-Datenbank stehen Daten für die Einheits- und Samtgemeinden Niedersachsens zur Verfügung. Da die Zahlen nach dem Wohnortprinzip niedriger sind und die Empfängerinnen und Empfänger der Kriegsopferfürsorge fehlen, gibt es leichte Abweichungen gegenüber den auf Bundesebene publizierten Zahlen.

Die im Oktober 2015 auf Grundlage des Zensus 2011 neu berechneten Mindestsicherungsquoten für 2011 und 2012 weichen von den bisherigen Angaben in der LSN-Online-Datenbank und in der HSBN der vergangenen Jahre ab: Ein Ergebnis des Zensus 2011 war z.B., dass die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer in der Bevölkerung nach unten korrigiert werden musste. Dies wirkt sich in einer höheren Quote der Mindestsicherungsempfängerinnen und -empfänger ohne deutsche Staatsangehörigkeit aus, da der Nenner (Ausländerinnen und Ausländer insgesamt) bei gleichbleibendem Zähler (Empfängerinen und Empfänger) kleiner wurde. Auch ist die Vergleichbarkeit der Quoten beispielsweise von 2014 und 2009 eingeschränkt, da sie auf unterschiedlichen Fortschreibungen der Bevölkerung beruhen.

Mindestsicherungsleistungen erhielten Ende 2014 in Niedersachsen 9,2 % der Bevölkerung. Der Anstieg von Empfängerzahl und Anteil an der Bevölkerung setzte sich fort. Wie schon von 2012 auf 2013, stiegen 2014 im Vergleich mit dem Vorjahr in Niedersachsen Anzahl (+2,0 %) und Quote (+0,1 Prozentpunkte) leicht an. Im Vergleich mit 2009 ging 2014 die Anzahl der Empfängerinnen und Empfänger um 4,0 % und die Quote um 0,3 Prozentpunkte zurück.

Die Verweildauer im SGB II von erwerbsfähigen Leistungsbezieherinnen und -beziehern ist u.a. abhängig vom Geschlecht und differiert auch in den Kreisen bzw. kreisfreien Städten Niedersachsens erheblich. Von den Leistungen nach dem SGB XII werden die Empfängerinnen und Empfänger der Hilfe zum Lebensunterhalt (nach dem 3. Kapitel) und die Empfängerinnen und Empfänger der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (nach dem 4. Kapitel) dargestellt.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Literatur:

Munz-König, Eva (2013). Armutsgefährdungsquote und Mindestsicherungsquote: Zwei Indikatoren zur Messung monetärer Armut. Sozialer Fortschritt: Vol. 62, Nr. 5, S. 123-131: ejournals.duncker-humblot.de/doi/abs/10.3790/sfo.62.5.123

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