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Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Der Begriff "Arbeit" bedeutet mehr als nur Erwerbstätigkeit. Arbeit ist von fundamentaler Bedeutung für das Individuum und die Gesellschaft. Arbeitslosigkeit führt hingegen zu vielerlei Einschränkungen, unmittelbar erst einmal zu finanziellen Einbußen, bei längerer Dauer auch zu eingeschränkter gesellschaftlicher Teilhabe der Betroffenen und ihrer Familienmitglieder sowie zur Stigmatisierung.

Sinkende Arbeitslosenquoten lassen sich nicht sinnvoll ohne gleichzeitige Betrachtung des Ausmaßes der Unterbeschäftigung und der Veränderungen des Arbeitsmarktes, wie beispielsweise die Zunahme der "atypischen" Arbeitsverhältnisse, interpretieren.

Zu den Folgen des demografischen Wandels gehört auch der Fachkräftemangel. Dies lenkt die Aufmerksamkeit auch auf das nicht genutzte Arbeitskräftepotenzial sowie auf das lebenslange Lernen der Beschäftigten. In diesem Zusammenhang erhält die Anzahl junger Menschen eine zusätzliche Bedeutung, die ohne Abschluss oder verfrüht die Schule verlassen. Hier besteht u.a. ein starker Zusammenhang mit der sozialen Herkunft. Gleiches trifft oft auch auf diejenigen zu, die nicht sofort oder keinen Ausbildungsplatz finden.

Nach der Definition der Bundesagentur für Arbeit (BA), die sich nach ยง 16 SGB III richtet, sind Arbeitslose und Unterbeschäftigte zwischen 15 Jahre und der Rentenaltersgrenze alt, können bis zu 15 Stunden wöchentlich arbeiten, sind arbeitsfähig und auch -bereit. Änderungen des Sozialgesetzbuches haben nicht nur einen Einfluss auf die Zahl der Arbeitslosen, sie beeinflussen auch erheblich ihre Lebensumstände, beispielsweise nach der Einführung der Hartz-IV-Gesetze 2005 (vgl. Anmerkung).

Aber nicht jede bzw. jeder registrierte Arbeitslose, der den geltenden sozialrechtlichen Vorgaben entspricht, möchte bzw. kann subjektiv betrachtet auch arbeiten, beispielsweise weil Angehörige zu pflegen und/ oder kleine Kinder zu versorgen sind. Und nicht jede Person, die Leistungen bezieht, ist auch arbeitslos gemeldet. Dazu gehören "unterbeschäftigte" Teilnehmende an Schulungen, aber auch die Arbeitslosen über 58, die bei BA gemeldet sind und die keine echten Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und daher über ein Jahr keine Angebote seitens der BA erhielten.

Für internationale Vergleiche ist das Labour-Force-Konzept der International Labour Organization (ILO) geeignet, es stellt die "ökonomisch aktive Bevölkerung" dar. Nach diesem Konzept besteht die Erwerbsbevölkerung aus erwerbstätigen oder erwerbslosen "Erwerbspersonen" sowie "Nichterwerbspersonen", die entweder ungewollt oder gewollt weder erwerbstätig noch erwerbslos sind. Erwerbslose sind nicht erwerbstätig, haben aber in den letzten vier Wochen im Berichtszeitraum aktiv nach einer Tätigkeit gesucht.

Anmerkung:

Vgl. Beiträge auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung:
Cornelia Koppetsch : Die Wiederkehr der Konformität? www.bpb.de
Markus Promberger: Hartz IV im sechsten Jahr www.bpb.de
Nicole Rippin: Wachstum für alle? www.bpb.de

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

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