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Gesundheit/Lebenserwartung

Durch die Wechselwirkungen zwischen Armut, prekären Lebenslagen und Gesundheit kann Krankheit eine der Ursachen für Armut sein. Umgekehrt kann Armut auch Erkrankungen und prekäre Lebenslagen zur Folge haben. Begründet ist dies sowohl in den Lebensumständen als auch in der Lebensführung.

Armut und Gesundheit
Von Armut oder prekären Lebenslagen betroffene Menschen fühlen sich häufiger seelisch bedrückt, geben öfter an, krank zu sein als Nichtbetroffene und verhalten sich auch vergleichsweise gesundheitsriskanter: Rund ein Drittel (32,4 %) der armutsgefährdeten Menschen in Deutschland ab einem Alter von 16 Jahren hatte nach Selbsteinschätzung gesundheitliche Probleme, bei den nicht armutsgefährdeten Menschen gaben dies mit einem Fünftel (18,9 %) deutlich weniger Personen an. Folglich bewertete auch jede sechste armutsgefährdete Person (16,7 %) ihren Gesundheitszustand als schlecht oder sehr schlecht. Bei den nicht armutsgefährdeten Menschen gab dies nur jede 15. Person bzw. 6,6 % an. Diese Daten gehen aus der Haushaltebefragung EU-SILC für das Jahr 2015 hervor. (Vgl. Gesundheitszustand und Arztbesuch (Selbsteinschätzung) 2015 in: LEBEN IN EUROPA (EU-SILC 2015), Statistisches Bundesamt, Fachserie 15 Reihe 3, S. 34-39. Basis Armutsgefährdungsquote: EU-SILC)

Armut hat Auswirkungen auf die Ernährung, die körperliche Aktivität und nicht zuletzt auch auf die Teilhabe am Gesundheitssystem. (Lampert, T./ Kroll, L.E./Müters, S./Stolzenberg, H., (2013): Messung des sozioökonomischen Status in der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt 56(5/6): S. 634 link.springer.com/journal/103/56/5/page/1)

Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien ist häufig schlechter (was mit gesundheitlichen Langzeitfolgen einhergehen kann) als von denen aus sozial besser gestellten Familien. (Vgl. Dragano, Nils: Gesundheitliche Ungleichheit im Lebenslauf, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 42 (2007), S. 18-25.)

Lebenserwartung
Es gibt einen Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und der vorzeitigen Sterblichkeit (vor Erreichen des Rentenalters) sowie den Lebensjahren, die bei guter Gesundheit gelebt werden. Das Risiko, dass die vergleichsweise wenigen Lebensjahre auch noch durch Krankheit beeinträchtigt sind, steigt durch die gesundheitliche Ungleichheit bei Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status (hier: Bildungsniveau, berufliche Stellung und Netto-Äquivalenzeinkommen).

Regionale Unterschiede in der Lebenserwartung sind in Zusammenhang mit der Gesamtheit der Lebensbedingungen in den Regionen zu sehen. (Lampert T. u.a.: Gesundheitliche Ungleichheit. In: Statistisches Bundesamt (Destatis), Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) (Hrsg.): Datenreport 2016. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland. Bonn 2016, S. 300-314)

Die Nachfrage nach Gesundheitsgütern und -leistungen wird durch die steigende Lebenserwartung weiter zunehmen, es gibt immer mehr Ältere, die jedoch auch mit steigendem Alter auf Pflege angewiesen sind. Dies spiegeln auch die Zahlen der Pflegestatistik wider. Im Jahr 2015 waren in Niedersachsen 317.568 Menschen pflegebedürftig, was einen Anteil an allen Einwohnerinnen und Einwohnern von 4,0 % bedeutete. Gegenüber 2011 stieg die Anzahl um mehr als ein Sechstel und die Quote um einen halben Prozentpunkt.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

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