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HSBN-Fachtag in Hannover

HSBN-2019Rund 90 Fachleute aus Kommunen und Verbänden begrüßte Staatssekretär Heiger Scholz am 2. Juli 2019 bei einer Fachtagung zur Vorstellung des aktuellen Berichts zur Handlungsorientierten Sozialberichterstattung Niedersachsen (HSBN) in Hannover. Der Bericht zur HSBN wird durch das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt und vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung herausgeben.

Den Statistikteil der HSBN erläuterte Projektleiter Arne Lehmann vom Niedersächsischen Landesamt für Statistik. Der diesjährige Bericht zeigt, dass erstmals seit langem die Armutsgefährdung in Niedersachsen gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig ist: In 2017 lag die Armutsgefährdungsquote bei 15,8 Prozent und betrifft rund 1,2 Millionen Menschen in Niedersachsen. Dabei sind Erwerbslose (55,9 Prozent), Alleinerziehende (42,1 Prozent) und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit
(41 Prozent) nach wie vor besonders betroffene Gruppen.

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Arne Lehmann, LSN

Auch die bestehende Armutsgefährdung von Kindern und Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht zurückgegangen, allerdings ist immer noch mehr als jedes fünfte Kind von Armut bedroht (20,6 Prozent). Familien mit drei oder mehr Kindern sind besonders von Armut betroffen (29,5 Prozent).

Weitere fachliche Inputs gab es durch die Vorstellung von Ergebnissen der Projekte "Monikom/Werkzeugkoffer" (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - HAWK Hildesheim) und "Wirksame Wege 2" (Diakonie - Stiftung Braunschweiger Land):

Monikom_Leitfaden-zur-HSBNMit "Monikom" entwickelte und erprobte die HAWK von Mai 2017 bis April 2019 einen Werkzeugkasten inklusive Leitfaden zur handlungsorientierten kommunalen Sozialberichterstattung für kleine und mittlere Kommunen und Landkreise Niedersachsens. Der knapp 100-seitige Leitfaden, der bei der Fachtagung erstmals präsentiert wurde, bietet eine Schritt für Schritt Anleitung für den Aufbau eines nachhaltigen sozialräumlichen Monitorings - eine "wunderbare Blaupause" für die kommunale Sozialplanung, so der Hildesheimer Sozialdezernent Malte Spitzer, der als Erprobungspartner Auskunft über die Anwendbarkeit in der Praxis gab.

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v.l: Sozialdezernent Malte Spitzer, Gerhard Litges, Susanna von Oertzen und Annette Harth stellten das Projekt "Monitor/ Werkzeugkasten Sozialberichterstattung" vor.

Die Studie "Wirksame Wege 2" setzt die Befragung von Haushalten und Akteuren aus einer Studie von 2009 fort, in der die Lebenssituation von Familien mit geringem Einkommen im Braunschweiger Land untersucht wurde. Im Blick stehen dabei mögliche Veränderungen der Lebensqualität in den ehemals teilnehmenden Familien. Vorgestellt wurden die Ergebnisse von Andreas Kämper. Auch diese Ergebnisse sollen zusammen mit der Datensammlung der handlungsorientierten Sozialberichterstattung Braunschweiger Land sowie konkreten Handlungsempfehlungen veröffentlicht werden.

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Andreas Kämper

Der Bericht zur HSBN 2019 wird durch einen Anlagenbericht der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) zum Thema HSBN "Die rechtliche Betreuung in Niedersachsen" ergänzt, der ebenfalls während der Fachtagung vorgestellt wurde. Szenen "Aus dem Arbeitsleben eines rechtlichen Betreuers" machten die Problemlagen und Gestaltungsmöglichkeiten anschaulich.

Die LAG FW ist Mitglied im Lenkungsausschuss der HSBN, in dem neben Fachpersonen der Ministerien und des Landesamtes für Statistik auch Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen, der Freien Wohlfahrtspflege und der Familienverbände vertreten sind.

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