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Armutsgefährdung nach Familienform, Bildung und Herkunft

Nach Familienform zeigt sich, dass Haushalte von Alleinerziehenden auch 2018 mit
38,7 % besonders stark von Armut bedroht waren. Ihre Quote verringerte sich immerhin das dritte Mal in Folge und mittelfristig ging die Armutsgefährdungsquote solcher Familien gegenüber 2013 um 3,6 Prozentpunkte zurück. Neben der gestiegenen Erwerbstätigkeit von Frauen kann auch mitunter die neue Gesetzesregelung zum Unterhaltsvorschuss (Unterhaltsvorschussgesetz, UhVor-schG) vom 1. Juli 2017 ein Grund dafür gewesen sein. Bei SGB II-Empfängerinnen und -Empfängern, die für unter 12-jährige Kinder Unterhaltsvorschussleistungen bekommen, verbessert sich durch die neue Gesetzesregelung jedoch nicht grundsätzlich die finanzielle Lage, da die Zahlungen auf den SGB II-Leistungsbezug angerechnet werden.

Auch kinderreiche Familien sind deutlich armutsgefährdeter als der Durchschnitt. So erreichte 2018 die Armutsgefährdungsquote von Familien mit zwei Erwachsenen und drei und mehr Kindern mit 29,7 % einen neuen Höchststand (2013: 27,0 %). Diejenigen unter ihnen ohne deutsche Staatsangehörigkeit oder mit Zuwanderungsgeschichte wiesen noch einmal deutlich höhere Quoten auf (65,0 % bzw. 48,3 %).

Überdurchschnittlich oft sind auch Einpersonenhaushalte von Armut bedroht, 2018 war es mehr als jeder vierte (26,4 %). Gegenüber 2013 blieb das Niveau zwar gleich
(26,5 %), langfristig zeigt sich jedoch eine Zunahme. Im Vergleich zu Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kinder (Quote: 8,2 %) ist hier die Armutsgefährdung mehr als drei Mal so hoch.

Zudem sind Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit deutlich öfter von Armut gefährdet als Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Im Fünfjahresvergleich 2013 zu 2018 ging die Einkommensschere dieser beiden Bevölkerungsgruppen sogar weiter auseinander. Während die Armutsgefährdungsquote von Ausländerinnen und Ausländern um 2,5 Prozentpunkte auf 38,5 % stieg, ging sie bei den Deutschen um 2,0 Prozentpunkte auf 12,5 % zurück. Der Faktor vergrößerte sich von 2,5 auf 3,1. Dabei war er zwischenzeitlich noch höher. Der Anstieg ist insbesondere auf die Vielzahl von Geflüchteten seit 2015 zurückzuführen, die zunächst von Asylbewerberleistungen bzw. von vergleichsweise niedrigeren Einkommen ihren Lebensunterhalt bestreiten mussten. Bei Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, worunter alle Ausländerinnen und Ausländer sowie Deutsche mit Migrationshintergrund fallen, hat sich die Quote kaum verändert (2013: 28,5; 2018: 28,2 %). Bei den Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte ist der Rückgang deutlicher von 13,0 % auf 11,2 % ausgefallen.

Was Armutsgefährdung vermindert, ist eine möglichst hohe Bildung, da diese auch in der Regel höhere Einkommen mit sich bringt: So war 2018 die Armutsgefährdungsquote von Menschen mit niedrigem Qualifikationsniveau (Quote: 30,6 %) etwa drei Mal so hoch wie bei Menschen mit mittlerer (10,8 %) und fast sechs Mal so hoch wie bei Menschen mit hoher Qualifikation (5,4 %). Daran hat sich im Vergleichszeitraum 2018 zu 2013 nichts geändert.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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