Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Schriftzug Familien in Niedersachsen

Schriftzug Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Suche

Armutsgefährdung von Kindern und im Alter sowie nach Geschlecht

Von Armut bedroht sind vor allem Kinder und Jugendliche unter 18 und junge Erwachsene im Ausbildungsalter bis unter 25 Jahre. Unter den Minderjährigen in Niedersachsen galt 2018 etwa jede bzw. jeder Fünfte (19,3 %) als armutsgefährdet (246.000 Personen) und bei den Personen zwischen 18 bis unter 25 Jahren rund ein Viertel (25,3 %). Unter den minderjährigen Kindern mit Zuwanderungsgeschichte war sogar jedes dritte Kind (33,5 %) armutsgefährdet, von denen ohne Zuwanderungsgeschichte weniger als jedes neunte (11,7 %).

Die "Altersarmut" scheint dagegen zunächst viel geringer: Denn Menschen im Alter ab 65 Jahren waren sogar leicht unterdurchschnittlich oft von Armut gefährdet (14,2 % zu 15,0 % Gesamtbevölkerung). Die Zahl der betroffenen Personen war 2018 mit 238.000 Menschen jedoch ähnlich hoch wie bei den Kindern unter 18 Jahren. Zudem sind die Geschlechterunterschiede bei den Seniorinnen und Senioren am stärksten ausgeprägt. Dies hat vor allem mit der geringeren Erwerbstätigkeit von Frauen zu tun und daran, dass viele von ihnen im Seniorinnenalter allein leben, oft, weil der Partner bereits verstorben ist. Generell waren Frauen (15,4 %) öfter als Männer (14,6 %) armutsgefährdet. Eine Ausnahme bildete seit 2017 die Gruppe der jungen Erwachsenen bis unter 25 Jahre. Dies kann vor allem mit dem höheren Männeranteil unter den Geflüchteten in dieser Altersgruppe zusammenhängen.

Bei den Frauen im Alter von 65 Jahren und mehr war etwa jede sechste (16,4 %) armutsgefährdet, bei den Männern hingegen weniger als jeder achte (11,6 %). Im Fünfjahresvergleich verringerte sich die Quote um 1,3 Prozentpunkte bei den Frauen und um 1,0 Prozentpunkte bei den Männern. Im langfristigen Vergleich 2018 zu 2005 stieg die Quote allerdings um 2,0 Prozentpunkte im Durchschnitt beider Geschlechter, während sie bei der Gesamtbevölkerung (-0,1 Prozentpunkte) fast unverändert blieb.

Dabei steigt die Armutsgefährdung mit dem Alter noch weiter an. In der Altersgruppe der 65- bis unter 80-Jährigen betrug 2018 die Quote noch unterdurchschnittliche 13,2 %. Im Hochbetagtenalter ab 80 Jahre lag sie mit 17,1 % jedoch darüber. Unter den Frauen im Hochbetagtenalter war sogar jede fünfte (20,3 %) armutsgefährdet und darunter bei den Alleinlebenden (in einem Einpersonenhaushalt) etwa jede vierte (24,7 %).

Nicht wenige Seniorinnen und Senioren gehen allerdings einer Erwerbstätigkeit nach, sei es wegen der sich daraus ergebenden sozialen Kontakte oder eben, weil die Rente nicht für den Lebensunterhalt ausreicht. Betrachtet man nur die Nichterwerbspersonen im Alter von 65 Jahren und mehr, also ausschließlich die Rentnerinnen und Rentner sowie Pensionärinnen und Pensionäre ohne die Erwerbstätigen im gleichen Alter, ergab sich 2018 eine leicht überdurchschnittliche Armutsgefährdungsquote von 15,2 %. Von der Teilgruppe der Rentnerinnen und Rentner (ohne Pensionärinnen und Pensionäre) waren 16,6 % von Armut gefährdet. Im Vergleich zum Vorjahr sank hier zwar die Quote um 0,7 Prozentpunkte. Im langfristigen Vergleich gegenüber 2008 stieg jedoch der Anteil der armutsgefährdeten Personen unter den Rentnerinnen und Rentnern um 4,3 Prozentpunkte.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

<<< zurück