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Geringfügig Beschäftigte in Mini-Jobs

Die geringfügige Beschäftigung kann zwar für einen (Wieder-)Einstieg in ein reguläres Arbeitsverhältnis hilfreich sein. Vor allem wird sie von den "Minijobbenden" aber als willkommene Gelegenheit für einen Nebenverdienst neben der Schul- oder Berufsausbildung, dem Rentenbezug oder der Familien- beziehungsweise Hausarbeit betrachtet. Im Hinblick auf die Altersversorgung sind Arbeitnehmende, die dauerhaft ausschließlich einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nachgehen, jedoch tendenziell von Altersarmut bedroht, da sie in der Regel keine Beiträge in die Sozialversicherung zahlen und brutto für netto verdienen. Das kann Anreize schaffen, auf eine umfangreichere Tätigkeit zu verzichten. "Begünstigt wird die Verbreitung von Minijobs auch durch [¨... ] zu kurze Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen, die es insbesondere Müttern vielfach nicht erlauben, so lange zu arbeiten, wie sie möchten," heißt es in einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, vgl. www.iab-forum.de/raus-aus-der-minijob-falle-sieben-ansatzpunkte-fuer-reformen

In Niedersachsen (Wohnort) gab es am 30.6.2018 insgesamt 505.072 ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte und damit 1,2 % weniger als im Jahr zuvor. (Deutschland: 4,7 Mio.; -1,3 %). Unter ihnen waren 22,5 % 65 Jahre und älter, also zumeist Rentnerinnen und Rentner oder Pensionärinnen und Pensionäre, die sich etwas hinzuverdienten.

Von der Bevölkerung im Erwerbsalter (hier 15 bis unter 65 Jahre) gingen 7,7 % einer ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigung nach (-0,2 Prozentpunkte gegenüber 2017). Die Quote war damit etwas höher als in Deutschland insgesamt, die 6,8 % betrug (-0,2 Prozentpunkte gegenüber 2017). (Anm.: In den vorherigen Ausgaben der HSBN wurden die Quoten nicht altersspezifisch berechnet, daher sind die Angaben nicht vergleichbar mit den hier genannten altersspezifischen Quoten.)

Die Quoten reichten 2018 in Niedersachsen von 5,8 % im Landkreis Helmstedt bis zu 10,4 % im Landkreis Grafschaft Bentheim. Im Durchschnitt waren die Minijob-Quoten in den Landkreisen und kreisfreien Städten in der Statistischen Region Weser-Ems
(8,8 %) am höchsten. Die niedrigsten Werte verzeichnete die Statistische Region Braunschweig (6,9 %).

Mit 62,5 % haben Frauen einen höheren Anteil an allen ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigten als Männer. Dieser wird allerdings zunehmend kleiner und sank im Vergleich zu 2013 um 4,0 Prozentpunkte.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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