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Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, Teilzeitarbeit

In Niedersachsen gingen am 30.06.2018 insgesamt 3,1 Mio. Menschen (Wohnort in Niedersachsen) einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach (Deutschland: 32,6 Mio.).

Frauen waren dabei mit 45,6 % immer noch unterrepräsentiert (Bundesdurchschnitt: 46,3 %), auch wenn ihr Anteil seit 2013 um 0,6 Prozentpunkte gestiegen ist. Regional fallen insbesondere die industriell geprägten Standorte unter den Durchschnittswert. Die kreisfreien Städte Salzgitter, Wolfsburg und Emden sowie die Landkreise Cloppenburg, Emsland, Wesermarsch, Leer und Gifhorn verzeichneten die niedrigsten Frauenanteile (zwischen 40,8 % und 42,9 %). In der Stadt Göttingen war hingegen mit 48,9 % beinahe die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiblich (am Wohnort). Ähnlich hohe Werte gab es in den Landkreisen Uelzen und Lüneburg sowie in der kreisfreien Stadt Oldenburg.

Der Teilzeitbeschäftigtenanteil an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten wuchs 2018 in Niedersachsen auf 28,8 % (Bundesdurchschnitt: 28,2 %). Ein Jahr zuvor waren es 0,3 Prozentpunkte weniger. Dabei arbeiten vor allem Frauen in Teilzeit: Ihr Anteil lag bei mehr als vier Fünftel (81,4 %), bundesweit war es etwas weniger (78,6 %). In den Großstädten mit ihrem hohen Dienstleistungsanteil und größerem Verwaltungsapparat ist der Frauenanteil unter den Teilzeitbeschäftigten noch am niedrigsten. Am höchsten waren die Anteile in eher ländlichen Regionen mit einem hohen Gewicht produzierender Branchen wie in den Landkreisen Helmstedt, Vechta, Emsland und Grafschaft Bentheim (zwischen 85,9 % und 86,7 %).

Teilzeitarbeit erleichtert zwar die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben nach einer Elternzeit. Die Tatsache, dass vier von fünf Teilzeiterwerbstätigen Frauen sind, zeigt aber, dass alte Rollenmuster noch wirksam sind. Darüber hinaus führt eine dauerhafte Teilzeitarbeit auch immer zu niedrigen Verdiensten und damit langfristig zu einem niedrigeren Rentenanspruch, was Armutsgefährdung befördern kann.

Allerdings gehen immer mehr Frauen überhaupt einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach: Die Beschäftigungsquote der Frauen stieg von 2013 bis 2018 (jeweils 30.6.) um 5,3 Prozentpunkte auf 55,1 % an. Die Beschäftigungsquote der 15- bis unter 65-Jährigen insgesamt lag bei 59,4 % (2013: 54,7 %).

Von den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen übte allerdings jede zweite (51,5 %) "nur" eine Teilzeitbeschäftigung aus. Bei den Männern lag die Beschäftigungsquote 2018 bei 63,6 % (2013: 60,2 %). Von diesen waren aber nur 9,8 % teilzeitbeschäftigt.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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