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Zusammenfassung: Entwicklung der Strukturindikatoren

Die Clusteranalyse von 2018 mit Daten der Jahre 2013 bis 2015 hatte ausschließlich Ist-Zustände betrachtet. Der Vergleich mit neueren Daten sollte nun Auskunft darüber geben, wie sich die Cluster und damit die sie umfassenden Einheits- und Samtgemeinden entwickelt haben, für sich genommen und im Vergleich zu den jeweiligen anderen Gebieten.

Inhaltlich ist zunächst festzuhalten, dass sich fast überall und bei den meisten Indikatoren eine "positive" Entwicklung zeigte. Das heißt, dass es mehr Geburten je Frauen gibt als zuvor. Ebenso ist neben der überall positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Arbeitsplatzbesatz mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung gestiegen und so auch der Wohlstand. Positiv dazu beigetragen hat wohl auch die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gemessen an den steigenden Besuchsquoten (Anteil der betreuten Kinder unter drei Jahren an der gleichaltrigen Bevölkerung) in Kindertagesstätten. Insgesamt verfügten so auch 2018 im Durchschnitt die Gemeinden in sechs der sieben Cluster über einen größeren finanziellen Spielraum als im Vergleich der Jahre 2014 bis 2016.

Verschlechtert hat sich trotz der Geburtenzunahme aber noch einmal das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Kindern und Seniorinnen und Senioren, und zwar in allen Clustern. Die Alterung der Bevölkerung hat damit weiter zugenommen, worauf das Land und die Kommunen entsprechend reagieren müssen. Zudem stieg in allen Clustern der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer, was einen Mehrbedarf an Integrationsarbeit mit sich bringt. Denn trotz der wirtschaftlichen flächendeckenden Prosperität und der steigenden Beschäftigungszahlen nahmen die sozialen Problemlagen bei Betrachtung der Entwicklung der Mindestsicherungsquote beinahe überall zu. Diese ist in fast allen Clustern gestiegen. Einzig in den ländlichen Clustern sind sie konstant geblieben bzw. rückläufig gewesen. In den ländlichen strukturstarken Gebieten stieg die Quote zwar auch, blieb jedoch weiterhin vergleichsweise niedrig.

Hervorzuheben ist zudem, dass der Anteil der Abgängerinnen und Abgänger aus den allgemein bildenden Schulen mit höchstens Hauptschulabschluss überall gestiegen ist, so dass die Voraussetzungen zur Armutsvermeidung sich in dieser Hinsicht ungünstig entwickelt haben.

Zu erklären sind die steigenden Mindestsicherungszahlen und die Entwicklung bei den Schulabgängerinnen und -abgängern auch mit dem Zuzug vieler Geflüchteter im Betrachtungszeitraum. Sie waren zunächst überwiegend auf existenzielle Hilfen des Staates angewiesen. Zudem verschlechtern nicht ausreichende Sprachkenntnisse die Chancen auf höhere Schulabschlüsse.

Strukturell hat sich im Vergleich der Cluster kaum etwas geändert, es ist eher eine Verfestigung der Rahmenbedingungen zu beobachten. Das heißt, die bereits in der Clusteranalyse festgestellten Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten bestehen auch weiterhin. Allerdings haben sich die Ausmaße bereits in diesem kurzfristigen Vergleich unterschiedlich verändert. Mit Blick auf die Herausforderungen, die die Alterung der Gesellschaft vor Ort mit sich bringt, ist der Handlungsdruck insbesondere in den ländlichen Gebieten sowie im Cluster "Überwiegend Klein- und Mittelstädte" noch einmal gestiegen. Immerhin sind in den ländlichen Clustern die Quoten der Empfängerinnen und Empfänger sozialer Mindestsicherungsleistungen rückläufig. Beruhigen kann dies angesichts der Alterung aber sicherlich nicht, da insbesondere andere Themen wie die Pflegeversorgung akut werden.

Es zeigt sich eine Tendenz zum Auseinanderdriften der Cluster, vor allem der ohnehin strukturschwachen von den strukturstärkeren Gebieten (Stadt/Land). Die strukturellen Unterschiede werden größer. Das schließt eine sich abzeichnende Angleichung der ländlichen Gebiete und strukturschwachen ländlichen Gebiete mit ein.

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