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Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

In Niedersachsen waren im Juni 2018 insgesamt 221.597 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber dem Vorjahr um rund 19.000 bzw. 7,7 % und innerhalb von fünf Jahren um 39.000 bzw. 15,1 %. Bundesweit war die kurzfristige Entwicklung (-8,0 %) ähnlich hoch, mittelfristig jedoch stärker (-20,6 %). Die niedersächsische Arbeitslosenquote lag im Juni 2018 mit 5,1 % jedoch fast gleichauf mit dem Bundesdurchschnitt (5,0 %).

Allerdings sind hierbei viele bei der BA gemeldete Arbeitssuchende gar nicht mit berücksichtigt. Werden diejenigen Arbeitsuchenden miteinbezogen, die in Beschäftigungs- oder Weiterbildungsmaßnahmen und solche die länger erkrankt waren sowie schwer vermittelbare Personen im Alter ab 58 Jahren, wies Niedersachsen im Juni 2018 eine sogenannte Unterbeschäftigungsquote von 7,1 % auf (Dezember 2018:
6,9 %).

Insbesondere Ältere und Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit sind von Arbeitslosigkeit betroffen: Während die Jugendarbeitslosigkeit auch 2018 weniger stark ausgeprägt war als die Arbeitslosigkeit insgesamt, sind ältere Personen ab 55 Jahren stärker von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Quote Ersterer lag im Juni 2018 bei 4,7 %, die der Älteren bei 5,4 %. Der Unterschied scheint dabei zunächst nicht extrem hoch. Allerdings war jede bzw. jeder fünfte Arbeitslose mindestens 55 bis unter 65 Jahre alt und nur jede bzw. jeder zehnte unter 25 Jahre.

Zudem wiesen Ausländerinnen und Ausländer mit 15,6 % im Juni 2018 eine etwa fast vier Mal so hohe Arbeitslosenquote wie die Deutschen (4,2 %) auf. Im mittelfristigen Vergleich zu Juni 2013 war die Quote unter den Ausländerinnen und Ausländern nahezu unverändert, die der Deutschen verbesserte sich jedoch um etwa ein Drittel. Kurzfristig hat sich die Integration von Ausländerinnen und Ausländern in den Arbeitsmarkt allerdings wieder verbessert, (Arbeitslosenquote Juni 2018: -1,6 Prozentpunkte gegenüber Juni 2017). Dennoch schrumpfte im Vergleich von Juni 2018 zum Vorjahresmonat die Zahl der Arbeitslosen mit deutscher Staatsangehörigkeit stärker als die derjenigen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

Hält die Arbeitslosigkeit länger an, sinken in der Regel auch die Chancen, wieder eine (gleichwertige) Arbeit zu finden, und die finanziellen Einbußen erhöhen das Armutsrisiko. Langzeitarbeitslos (1 Jahr und länger) waren im Juni 2018 rund 83.000 bzw. 37,6 % aller Arbeitslosen. Die Zahl nahm zwar ab, der Anteil an allen Arbeitslosen stieg jedoch gegenüber dem Vorjahresmonat.

Bei der Betrachtung der Arbeitslosenzahlen im Sinne der BA ist zu beachten, dass sich unter den Arbeitslosen auch Erwerbstätige befinden. Der Umfang der Beschäftigung fällt jedoch unter die definitorische Grenze von mindestens 15 Wochenstunden. Für internationale Vergleiche eignet sich jedoch das Labour-Force-Konzept der International Labour Organization (ILO), das die "ökonomisch aktive Bevölkerung" darstellt. Es teilt die Erwerbsbevölkerung in Erwerbstätige (mindestens eine Stunde bezahlte Arbeit pro Woche) oder Erwerbslose sowie in "Nichterwerbspersonen", die entweder ungewollt oder gewollt weder erwerbstätig noch erwerbslos sind. Erwerbslose sind dagegen nicht erwerbstätig, haben aber in den letzten vier Wochen im Berichtszeitraum aktiv nach einer Tätigkeit gesucht. In Niedersachsen lag die Erwerbslosenquote 2018 bei 2,6 %.

Besonders prekär ist die Lage von Menschen in Haushalten, in denen niemand erwerbstätig ist. In niedersächsischen Haushalten traf dies 2018 auf 7,8 % der Frauen und Männer im Alter zwischen 18 bis unter 60 Jahren zu.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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