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Handlungsorientierte Sozialberichterstattung Niedersachsen 2020

HSBN-2020Die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung Niedersachsen (HSBN) stellt Akteurinnen und Akteuren der Armutsbekämpfung in Land, Kommunen und Verbänden empirisches Material zur Verfügung. Damit wird ihnen verlässliches Vergleichsmaterial für ihre Region an die Hand gegeben, das sie nutzen können, um eigene regionale und lokale Berichte und Untersuchungen anzustellen. Der Bericht zur HSBN wird durch das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt und vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung herausgegeben.

Die jährlich erscheinenden Berichte werden durch Anlagenberichte der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) zu unterschiedlichen sozialen Problemlagen ergänzt. Der Bericht 2020 nimmt das Thema Gewalt gegen Frauen in den Blick.

Der HSBN-Bericht 2020 greift auf statistisches Material zurück, das die Zeit vor Corona betrachtet. Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich wieder eine leicht rückläufige Armutsgefährdung in Niedersachsen. Der Anteil der armutsgefährdeten Bevölkerung hat sich im letzten statistisch vollständigen Jahr 2018 um 0,8 Prozentpunkte auf 15,0 % verringert. Eine steigende Zahl von Menschen in Arbeit und wachsende Einkommen sind der Grund. Auch in vielen anderen Bereichen zeigt sich im Berichtszeitraum eine fortwährend positive Entwicklung der sozialen Lage in Niedersachsen.

In Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männern zeigt sich auf den ersten Blick, dass es hier 2018 kaum noch einen Unterschied bei der Armutsgefährdung gab. Unter den Seniorinnen und Senioren war dies jedoch nach wie vor nicht der Fall. Bei den Frauen im Alter von 65 Jahren und mehr war etwa jede sechste Seniorin armutsgefährdet, während dies "nur" auf etwa jeden achten Mann zutraf. Dies ist vor allem in niedrigeren Löhnen und höherem Teilzeitanteil von Frauen begründet.

Zwei andere Zahlen zeigen in diesem Zusammenhang, wie wichtig der Ausbau der Kindertagesbetreuung und -pflege ist: Unter den Müttern mit minderjährigen Kindern lag die aktive Erwerbstätigenquote mit rund 63 % mehr als 21 Prozentpunkte unter der Quote der Väter. Zudem war die Teilzeitquote unter den aktiv erwerbstätigen Müttern 14 Mal so hoch wie bei den Vätern. Dies hat vor allem mit der oftmals schwierigen Vereinbarung von Familie und Beruf zu tun und weist deutlich auf eine noch immer ungleich verteilte Sorgearbeit in den Familien hin.

Die aktuell vorliegende Ausgabe der HSBN macht deutlich, in welchen Bereichen die Herausforderungen für die Gesellschaft und Politik im Berichtszeitraum gelegen haben. Belastbare Zahlen zu den Auswirkungen der Corona-Krise sind indes erst nach einer gewissen Zeit verfügbar. Sie werden sich in den zukünftigen Berichten der HSBN wiederfinden.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, 2020

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