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Kinder und Jugendliche

Armutsgefährdung und problematische Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen haben vielfältige Ursachen. Sie sind u.a. auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Problemlagen bzw. Strukturen sowie erzieherische Mangelsituationen zurückzuführen. Dabei spielen die Situation und die Bewältigungskompetenz der Eltern die entscheidenden Rollen.

Ein wichtiger Indikator, der Hinweise auf das Ausmaß schwieriger Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen gibt, geht aus der Jugendhilfestatistik über Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche sowie Hilfe für junge Volljährige hervor. Auf Hilfe zur Erziehung haben Eltern bzw. Personensorgeberechtigte nach § 27 Abs. 1 SGB VIII Anspruch, "( ... ) wenn eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist und die Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist." Darüber hinaus haben seelisch behinderte Kinder und Jugendliche sowie junge Volljährige Anspruch auf Unterstützungen. Diese hier kurz beschriebenen Hilfen können in Form von ambulanten, teilstationären und stationären Leistungen gewährt werden.

In Niedersachsen wurden im Jahr 2018 insgesamt 48.547 solcher Hilfen (ohne familienorientierte Hilfen) in Anspruch genommen. Das entsprach in etwa dem Niveau des Vorjahres. Den Großteil machten Erziehungsberatung mit rund zwei Drittel der Maßnahmen aus (64,9 %). Etwa jede zehnte der neu gewährten Hilfen entfiel auf die Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen nach § 35a SGB VIII
(9,5 %). Dahinter lagen Heimerziehung/sonstige betreute Wohnform (8,8 %) und die Einzelbetreuung nach § 30 SGB VIII (8,2 %). Zum Stichtag 31.12.2018 gab es in Niedersachsen 19.559 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende bis unter 21 Jahre, die in einer anderen Familie bzw. einem Heim untergebracht oder in einer Tagesgruppe betreut waren (12,2 je 1.000 unter 21-Jährige).

Die Jugendhilfestatistik gibt auch Auskunft über vorläufige Schutzmaßnahmen des Jugendamtes, die eine gravierende Intervention im Krisenfall darstellen. Hier können Erkenntnisse über die Anzahl von Kindern und Jugendlichen gewonnen werden, die wegen einer dringenden Gefährdung oder auf eigenen Wunsch vom Jugendamt in Obhut genommen werden (§42 und 42a SGB VIII). 2018 waren hiervon in Niedersachsen 5.288 Kinder und Jugendliche betroffen.

Ein weiteres Thema in diesem Kapitel sind Schwangerschaften sehr junger Mütter. Oftmals gehen diese mit sozialen Problemlagen einher und können zu einem hohen Armutsrisiko und dem Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe führen. In Niedersachsen wurden 2018 insgesamt 1.421 Kinder von Müttern im Teenageralter geboren, was 1,9 % aller Lebendgeborenen entsprach. Seit 2013 ging die Zahl um
14,4 % zurück.

Von einer Scheidung der Eltern waren 2018 in Niedersachsen insgesamt 13.710 minderjährige Kinder und Jugendliche betroffen. Für die meisten von ihnen bedeutet dies zumindest für die Zeit der Trennung eine schwierige Lebenssituation. Oftmals kommt es auch in der Folge zu gerichtlichen Auseinandersetzungen der Elternteile nicht zuletzt aufgrund nicht (vollumfänglich) geleisteter Unterhaltszahlungen. Der entsprechende Indikator ist ebenfalls Teil des folgenden Kapitels.

Wie sich das finanzielle Ausmaß sozialer Problemlagen in den Regionen und deren Haushaltsbelastung niederschlägt, darüber kann der Indikator "Doppischer Zuschussbedarf für Soziales und Jugend" Hinweise geben. Wobei hier 2017 in Niedersachsen mittlerweile rund 46 % der Ausgaben in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe auf die Kindertagesbetreuung fallen und damit nicht der direkten Bewältigung sozialer Problemlagen zuzuordnen sind.

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