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Bezugsdauer von SGB II-Leistungen

Für viele SGB II-Leistungsbeziehende ist die Hilfebedürftigkeit kein vorübergehender und zu überbrückender Umstand, sondern Dauerzustand, obwohl sie erwerbsfähig sind. Anhand der Betrachtung der Leistungsbezugsdauern lassen sich Aussagen über die verfestigte Hilfebedürftigkeit machen.

Insgesamt lebten im Juni 2018 in Niedersachsen 406.663 erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem SGB II und be-zogen Arbeitslosengeld II. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl um 3,7 % zurück.

Mit 50,8 % bezog jede zweite Person (206.084) bereits seit mindestens drei Jahren ALG II und 43,4 % (176.634 Personen) seit mindestens vier Jahren. Dabei sind die Zahlen dieser extrem lange anhaltenden Hilfebedürftigkeit seit mehreren Jahren rückläufig. Insbesondere in den Landkreisen der Statistischen Regionen Braunschweig und Hannover gab es überdurchschnittlich viele und in der Stadt Braunschweig mit 50,7 % abermals anteilig die meisten Langzeitbeziehenden (hier: mindestens vier Jahre). In der Statistischen Region Weser-Ems wiesen fast alle Landkreise unterdurchschnittliche Werte auf.

Die Abgänge aus dem SGB II-Bezug setzen sich nach Dauern deutlich anders zusammen als die Bestände: Von den 13.212 beendeten Leistungsbezügen im Juni 2018 waren 41,7 % der Empfängerinnen und Empfänger weniger als ein Jahr hilfebedürftig. Eine Bezugsdauer von drei und mehr Jahren hatten 30,5 % aller aus dem Leistungsbezug scheidenden Personen.

Bei den Ausländerinnen und Ausländern machten die Bestände mit mindestens 3-jähriger Bezugsdauer etwa ein Drittel (33,1 % bzw. 45.783 Personen) aller erwerbsfähigen SGB II-Leistungsbeziehenden ohne deutsche Staatsbürgerschaft aus, bei den Abgängen mit gleicher (abgeschlossener) Bezugsdauer waren es 22,4 % (878 Personen). Unter den deutschen Leistungsbeziehenden waren hingegen 60,1 % bereits mindestens drei Jahre im SGB II-Bezug, bei den Abgängen war es etwa ein Drittel
(34,0 %).

Die Abgangsrate, die die Abgänge im Juni 2018 dem Bestand des Vormonats gegenüberstellt, reichte von 2,5 % in der kreisfreien Stadt Delmenhorst bis 6,7 % im Landkreis Peine (Niedersachsen: 3,2 %). Die Landkreise der Statistischen Region Weser-Ems wiesen ausnahmslos überdurchschnittliche Werte auf, und unterdurchschnittliche Raten verzeichneten vor allem die meisten kreisfreien Städte.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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