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Schriftzug Familien in Niedersachsen

Schriftzug Statistische Ämter des Bundes und der Länder

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Verdienste und 'working poor'

Der Bruttostundenverdienst der voll- und teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich lag 2018 in Niedersachsen mit Sonderzahlungen bei 22,62 Euro. Das war weniger als im Bundesdurchschnitt, der 24,06 Euro betrug. Die relativ niedrigen Verdienste in Niedersachsen erklären sich zum Teil daraus, dass es hier höhere Anteile von Beschäftigten in den niedrigen Leistungsgruppen 4 und 5 (an- und ungelernte Kräfte) gibt. Auch tragen die unterschiedlichen Produktivitätsniveaus in den Ländern zur unterschiedlichen Höhe der Verdienste bei. (vgl. Klemt, Sandra/Lenz, Sabine: Verdienste, in: Statistisches Bundesamt (Destatis)/ Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) (Hrsg.): Datenreport 2018, Bonn 2018, S. 169f.)

Frauen verdienten 2018 in Niedersachsen mit 19,82 Euro deutlich weniger als Männer mit einem Stundenverdienst von 24,38 Euro. Als Maßzahl für den Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern wird der Gender Pay Gap herangezogen. Dieser errechnet sich aus der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst der Männer und der Frauen im Verhältnis zu dem der Männer (hier jeweils - anders als die zuvor genannten Verdienste - ohne Sonderzahlungen). In Niedersachsen lag der unbereinigte Gender Pay Gap 2019 das vierte Jahr in Folge bei 20 %, da Frauen ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 16,79 Euro und Männer 20,90 Euro verdienten (2014 und 2009 jeweils: 22 %). Auf Bundesebene lag der Gender Pay Gap 2019 ebenfalls bei 20 % (2014: 22 %. 2009: 23 %).(Unbereinigter Gender Pay Gap. Das heißt, ohne Berücksichtigung struktureller Unterschiede bei Berufen, Beschäftigungsumfang, Bildungsstand, Berufserfahrung)

Normalarbeitnehmerinnen und -nehmer hatten im April 2014 (Daten nach Beschäftigungsform liegen nur alle vier Jahre vor) mit 19,14 Euro deutlich höhere Bruttostundenverdienste als atypisch Beschäftigte mit 12,56 Euro. So lag mehr als jeder zweite Lohn (rund 55 %) von atypisch Beschäftigten unter der damaligen Niedriglohngrenze von 11,09 Euro. Dies betraf 21,8 % aller Beschäftigungsverhältnisse (2010: 22,0 %; 2006: 18,9 %).

Die atypischen Beschäftigungsverhältnisse haben auch Auswirkungen auf die Höhe der Zahl der erwerbstätigen Beziehenden von SGB II-Leistungen (Wworking poor"). Im Juni 2018 waren in Niedersachsen 110.255 Leistungsbeziehende erwerbstätig (Frauenanteil: 52,5 %). Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Zahl um 4,5 %. Auch die Quote, bezogen auf die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, ging leicht zurück auf 2,1 % (Deutschland: 2,0 %).

Unter diesen "Ergänzerinnen und Ergänzern" gingen etwa die Hälfte (55.755) einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Von diesen wiederum waren 18.880 bzw. rund ein Drittel in Vollzeit tätig (33,9 %). Ohne die auch darunterfallenden 5.725 Auszubildenden waren es 26,3 % (Deutschland: 33,3 % bzw. 26,3 %).

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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