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Einkommen, Verdienste und Vermögen

Die Indikatoren Einkommen, Verdienste und Vermögen sind alle miteinander verknüpft und messen zusammen den Wohlstand der Bevölkerung. Zwar wird die Armutsgefährdung nur an den Einkommen gemessen, die auch die Verdienste miteinschließen. Vermögen werden hingegen nicht mit einbezogen. Dennoch ist davon auszugehen, dass Vermögende in der Regel nicht so einkommensarm sind, dass sie als armutsgefährdet gelten müssen. Das bedeutet auch, dass Menschen mit niedrigen Verdiensten und Einkommen nur geringe Vermögen aufbauen können. Vermögen sichern jedoch neben ausreichendem Einkommen die eigene sozialen Lage ab, insbesondere wenn es um die Altersvorsorge geht mit dem Ziel Altersarmut zu vermeiden.

Gestiegen sind in den letzten Jahren alle drei Kennzahlen, die Verdienste, die Einkommen und die Vermögen. Allerdings nicht gleichsam in der Gesamtbevölkerung, und mit 110.255 Personen gab es in Niedersachsen eine nicht kleine Anzahl von Erwerbstätigen, die SGB II-Leistungen bezogen haben (Juni 2018). Sie können als Geringverdienende am ehesten als "working poor" bezeichnet werden. Einerseits handelt es sich um Leistungsbeziehende, die mit einem Minijob ihr Arbeitslosengeld II "aufstocken". In nicht wenigen Fällen (18.800 Personen) handelt es sich andererseits um in Vollzeit tätige sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, bei denen das Einkommen der Bedarfsgemeinschaft, in der sie leben, unter dem "Hartz IV-Niveau" liegt.

Das verfügbare Einkommen, das neben dem Nettolohn auch monetäre Sozialleistungen und andere laufende Transfers umfasst, gibt an, was tatsächlich vom Einkommen zur Verfügung steht. Im Zeitraum von 2012 bis 2017 ist dieses Einkommen pro Kopf um 11,7 % auf 21.920 Euro im Jahr gestiegen. Allerdings kann dieser Indikator nicht auf einzelne Bevölkerungsgruppen heruntergebrochen werden und daher auch nur die allgemeine Einkommensentwicklung abbilden.

Bei Betrachtung der Verdienste kann hingegen z.B. unterschieden werden zwischen Männern und Frauen, Leistungsgruppenarten oder auch nach Arbeitsumfang. So stiegen die Bruttostundenverdienste von 2013 bis 2018 von 21,98 Euro um 2,9 % auf 22,62 Euro. Etwa jede bzw. jeder sechste Beschäftigte (16,1 %) war 2018 eine Angelernte bzw. ein Angelernter. In dieser Gruppe blieb der Stundenverdienst im Durchschnitt fast unverändert bei 15,98 Euro, während er bei den Ungelernten (8,5 % an allen Beschäftigten) überdurchschnittlich um 4,0 % auf 12,99 Euro stieg.

Einen Haushaltszusammenhang stellt das Familieneinkommen aus Angaben im Mikrozensus her. Von den 1,82 Mio. Kindern (in Familien) in Niedersachsen lebten im Jahr 2018 rund 67.000 in Familien mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1.300 Euro.

Aus der Lohn- und Einkommensteuerstatistik stammen die Angaben über die Einkünfte pro Steuerpflichtigen. Hier können Angaben darüber gewonnen werden, wie viele Einkommensreiche wie viel der Gesamteinkünfte aller Steuerpflichtigen auf sich vereinigen. Im Jahr 2015 hatten in Niedersachsen 2,9 % der Steuerpflichtigen Einkünfte von 125.000 Euro und mehr; sie vereinigten zusammen 19,3 % aller Einkünfte auf sich.

Angaben über das Vermögen, die Konsumentenkredite und das Wohneigentum privater Haushalte stammen aus der fünfjährlichen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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