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Vermögen

Über das Vermögen der privaten Haushalte gibt es nur wenige zuverlässige Daten. Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) liefert immerhin Anhaltspunkte. Diese Erhebung erfolgt allerdings auf freiwilliger Basis und ist konzeptionell nicht darauf ausgerichtet, die Vermögen der sehr Reichen zu erfassen. Das Geldvermögen und sonstige Vermögen in Deutschland und Niedersachsen ist wahrscheinlich sehr viel höher als die EVS es nachweisen kann.

Das Nettogeldvermögen der privaten Haushalte belief sich 2018 in Niedersachsen auf durchschnittlich 49.400 Euro. Es ist damit gegenüber 2013 um fast ein Drittel (31,0%) und im Zehnjahresvergleich um ein Viertel (25,4 %) gestiegen. Der Medianwert gibt Anhaltspunkte über die tatsächliche Verteilung der Vermögen, die der einfache Durchschnittswert (Arithmetisches Mittel) nicht abbilden kann. Danach verfügte 2018 die Hälfte der niedersächsischen Haushalte über ein Nettogeldvermögen von weniger als 13.800 Euro, also über ein Vermögen weit unter dem Durchschnitt. Die andere Hälfte hatte ein Vermögen von mehr als 13.800 Euro. Fünf Jahre zuvor waren es nur 10.000 Euro (+38,0 %). Gegenüber 2008 betrug der Zuwachs 34,0 %. Wie bei den Einkommen zeigt sich bei den Vermögen eine deutliche Geschlechterlücke: Haushalte, in denen die Frau Haupteinkommensbezieherin war, hatten nur ein halb so großes Vermögen (31.200 Euro) wie jene mit einem Mann als Haupteinkommensbezieher (61.500 Euro).

Zweipersonenhaushalte verfügten 2018 mit durchschnittlich 65.300 Euro über das höchste Nettogeldvermögen. Zudem zeigt sich: Je älter die haupteinkommensbeziehende Person ist, desto höher fällt bis zum Rentenalter das Vermögen aus. Bei Haushalten, in denen sich die haupteinkommensbeziehende Person im Ruhestand befindet, lag die Nettogeldvermögenshöhe bei 54.000 Euro (Median: 14 500 Euro). Alleinerziehende mit ledigen Kindern unter 18 Jahren verfügten dagegen nur über ein Vermögen von durchschnittlich 12.400 Euro (Median: 1.800 Euro). Bei Paarhaushalten mit ledigen, minderjährigen Kindern war es mit 49.500 Euro (Median: 24.500 Euro) vier Mal so hoch. Paare ohne Kinder hatten ein Nettogeldvermögen in Höhe von 73.800 Euro (Median: 26.200 Euro).

Über Haus- und Grundbesitz verfügte in Niedersachsen im Jahr 2018 mit 51,9 % mehr als die Hälfte aller Haushalte. Das entsprach dem Niveau von 2013 (51,6 %). Gegenüber 2008 verringerte sich der Anteil um 1,4 Prozentpunkte. Das Haus- und Grundeigentum bestand 2018 zumeist in einem Einfamilienhaus, über das 39,0 % aller Haushalte verfügten (2008: 38,0 %).

Die EVS erfasst auch die Schulden. Danach hatten 0,92 Mio. bzw. 23,7 % der 3,9 Mio. niedersächsischen Haushalte im Jahr 2018 Konsumentenkredite. Fünf Jahre zuvor waren es 21,8 %. 32,5 % der Haushalte mit Konsumentenkrediten waren Einpersonenhaushalte (mehr als jeder sechste Einpersonenhaushalt). Zweipersonenhaushalte machten 30,6 % aus (rund jeder fünfte Zweipersonenhaushalt). Die durchschnittliche Restkredithöhe lag 2018 bei 10.700 Euro.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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