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Wirtschaft und Erwerbstätigkeit

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stellt die gesamte Wirtschaftsleistung eines Landes oder einer Region dar. Es ist aber wie das ebenfalls von den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) berechnete verfügbare Einkommen kein direkter Wohlfahrtsindikator, weil das BIP keine Auskunft darüber gibt, wie es verteilt wird. Außerdem umfasst ein komplexer Begriff wie "Wohlfahrt" auch nicht-finanzielle Komponenten der Lebensqualität. So werden z. B. die unentgeltliche Familienarbeit der Pflege, Betreuung und Kindererziehung sowie ehrenamtliche Tätigkeiten im BIP nicht berücksichtigt. Allerdings kann Wirtschaftswachstum auch einen gesellschaftlichen Strukturwandel ermöglichen, Arbeitsplätze sichern sowie neue schaffen und zur Stabilisierung der Sozialsysteme beitragen.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Niedersachsen war auch 2018 positiv. Real, also preisbereinigt, stieg das BIP gegenüber dem Vorjahr um 1,1 %. Die Entwicklung lag zwar unter dem Bundesdurchschnitt (+1,4 %), das Wachstum auf dem Arbeitsmarkt bewegte sich jedoch auf dem bundesweiten Niveau.

Die Zahl der Erwerbstätigen, die in Niedersachsen arbeiten, erreichte 2018 mit nunmehr 4,1 Mio. ein erneutes Hoch. Mittelfristig war dies gegenüber 2013 ein Zuwachs von 5,9 %, die Erwerbstätigenquote (Erwerbstätige am Wohnort) der 15- bis unter 65-Jährigen stieg 2018 auf über 75 %. Gleichzeitig vergrößerte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten am Wohnort auf rund 3,1 Mio. Dabei erhöhte sich der Teilzeitanteil auf 28,8 %. Die Zahl der ausschließlichen Minijobberinnen und -jobber mit Wohnsitz in Niedersachsen ging dagegen 2018 im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht zurück auf rund 505.000. Einen nebenberuflichen Minijob hatten rund 271.000 Menschen, nicht selten, weil das Einkommen nicht ausreichend war. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich ihre Zahl um 5,1 %.

Zudem war ein nicht unerheblicher Teil der Beschäftigungsverhältnisse von weiteren Unsicherheiten geprägt: Insgesamt waren so rund ein Fünftel aller Kernerwerbstätigen 2018 in Niedersachsen atypisch beschäftigt (in Teilzeitarbeit mit weniger als 21 Wochenstunden, befristet oder nur geringfügig oder als Zeitarbeitnehmerin bzw. -nehmer beschäftigt).

Bei all diesen Indikatoren herrschte auch 2018 immer noch eine deutliche Lücke zwischen Frauen und Männern:

  1. Bei der Erwerbstätigenquote betrug der Abstand der Quote unter den Männern und Frauen fast 8 Prozentpunkte.
  2. Unter allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten waren die Männer in der Mehrzahl (54,4 % Männer; 45,6 % Frauen).
  3. Dabei arbeitete jede zweite sozialversicherungspflichtige Frau "nur" in Teilzeit, während es bei den Männern nur etwa jeder zehnte war.
  4. Bei den Müttern waren sechs von zehn aktiv erwerbstätig, bei den Vätern waren es acht von zehn. Zudem war die Teilzeitquote unter den aktiv erwerbstätigen Müttern 14 Mal so hoch wie bei den Vätern.
  5. So ist auch der Wunsch nach Mehrarbeit bei Frauen insgesamt größer. Sie sind deutlich öfter nicht in Vollzeit tätig, weil sie familiäre Betreuung leisten.

Aufgrund dieser Kennzahlen sind Frauen - trotz leichter Verbesserungen bei der Erwerbsbeteiligung in den letzten Jahren - einem stärkeren Armutsrisiko ausgesetzt als Männer, insbesondere im Hinblick auf Gefahren der Altersarmut.

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