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Kinder junger Mütter

Wenn Frauen schon in sehr jungen Jahren Kinder bekommen, so kann dies ursächlich für langjährige soziale Problemlagen sein. Eine frühe Mutterschaft erschwert den Abschluss von Bildungsgängen und bzw. oder den Beginn und Abschluss einer beruflichen Ausbildung. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine Unterstützung durch Familie oder Netzwerke gering ist oder fehlt. Der Start in die Erwerbstätigkeit ist folglich erschwert. Schlecht bezahlte Jobs und Abhängigkeit von Sozialleistungen sind oft die Folge.

Von den in Niedersachsen im Jahr 2018 insgesamt 73.652 geborenen Kindern hatten 1.421 Mütter im Alter von unter 20 Jahren. Seit dem Jahr 2000 nimmt die Zahl mit nur wenigen Ausnahmen jährlich ab. Im Vergleich zu 2013 verringerte sich die Zahl der Lebendgeborenen von unter 20-Jährigen Müttern um 14,4 %, während im selben Zeitraum die Zahl der Lebendgeburten insgesamt um 17,1 % zunahm. Ihr Anteil an allen Lebendgeborenen betrug in Niedersachsen 1,9 % und war damit 0,7 Prozentpunkte niedriger als 2013. Auch die Zahl der Lebendgeborenen von Müttern bis unter 18 Jahren ging zurück auf 350.

Das Ausmaß der potenziellen, sozialen Problemlagen wird deutlich, wenn die Lebendgeborenen junger Mütter auf 1.000 Frauen im Alter von 15 bis unter 20 Jahren bezogen werden. Im Jahr 2018 kamen in Niedersachsen 7,1 Kinder dieser sehr jungen Mütter auf je 1.000 Frauen der entsprechenden Altersgruppe. Fünf Jahre zuvor waren es noch 7,9 Kinder.

Die durch sehr frühe Mutterschaft ausgelösten Problemlagen nehmen also ab und sind in Niedersachsen unterdurchschnittlich ausgeprägt. Hohe Quoten gab es vor allem in den Landkreisen und kreisfreien Städten der Statistischen Region Braunschweig im Durchschnitt bei 8,7 Lebendgeburten je 1.000 Frauen im Alter von 15 bis unter 20 Jahre. Die Statistische Region Lüneburg verzeichnete insgesamt die niedrigsten Quoten (6,1). Bis auf Oldenburg wiesen darüber hinaus alle kreisfreien Städte überdurchschnittliche Werte auf.

Auskunft über die Anzahl aller jungen Mütter, also nicht nur über die, die in dem betreffenden Berichtsjahr Kinder geboren haben, gibt der Mikrozensus. Aufgrund der Stichprobe muss hier die Altersgruppe etwas weiter gefasst werden. Demnach gab es in Niedersachsen 2018 insgesamt 17.900 Mütter im Alter von unter 25 Jahren, die zusammengenommen 24.000 Kinder hatten, d.h. unter ihnen waren auch viele, die bereits mehr als ein Kind hatten.

Quelle:
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung 2020

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