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Einkommen, Verdienste und Vermögen

Der Arbeitsmarkt in den meisten Ländern, so auch in Niedersachsen, zeigt sich seit Jahren in robuster Verfassung, und auch die Erwerbslosenzahl hat sich verringert. In diesem Zusammenhang wird jedoch häufig die Frage diskutiert, wie sich neben dem Wandel der Erwerbsformen die Verdienstsituation der Beschäftigten verändert hat.

Dem Jobboom vorgelagert waren nicht erst seit der Agenda 2010 eine abnehmende Tarifbindung, zunehmende tarifvertragliche Einigungen auf niedrigem Niveau sowie ein Anstieg der Zahl von Vollzeiterwerbstätigen, die zugleich auf SGB II-Leistungen angewiesen sind. All dies hat letztlich zur Einführung des flächendeckenden Mindestlohnes zum 1. Januar 2015 geführt, wie es ihn in den meisten anderen europäischen Ländern gibt. Strittig ist dabei allerdings, ob dieser ausreicht für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, das Erreichen und den Erhalt eines ausreichenden Lebensstandards auch über das Renteneintrittsalter hinaus. In Niedersachsen wurde im April 2014 in 358.000 Jobs, also jedem neunten, der ab 2015 unter den Schutz des Mindestlohngesetzes fiel, ein Stundenlohn von weniger als 8,50 Euro brutto gezahlt.

Verdienstentwicklungen

Neben den Mindestlöhnen, die eine Lohnuntergrenze darstellen, sind die Verdienst-entwicklungen und speziell die Unterschiede zwischen Normalarbeitsverhältnissen und atypischen Beschäftigungsverhältnissen von Belang. Einkommen Letzterer sind vergleichsweise gering, und sie befinden sich oft in einer von Unsicherheit geprägten, prekären Beschäftigungslage. Dabei stehen die Fragen im Vordergrund, wie stark Normal- und atypische Beschäftigungsverhältnisse vom Niedriglohn als auch vom Hochlohn betroffen sind und welche Bedeutung sie bei jungen und alten Erwerbstätigen sowie Männern und Frauen haben. Antworten darauf gibt die alle vier Jahre durchgeführte Verdienststrukturerhebung sowie die vierteljährliche Verdiensterhebung. Viele Indikatoren weisen darauf hin, dass die berufliche Qualifikation sowie die Branchen- und Berufszugehörigkeit eine ganz entscheidende Rolle für die Höhe der Verdienste spielt.

Pro-Kopf-Einkommen und Einkünfte pro Steuerpflichtigen

Ein weiterer Indikator, wie es um die finanzielle Situation der bzw. des Einzelnen steht, ist das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen. Es umfasst neben dem Nettolohn auch monetäre Sozialleistungen und andere laufende Transfers, gibt also an, was tatsächlich vom Einkommen zur Verfügung steht. Es wird errechnet vom "Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder".

Aus der Lohn- und Einkommensteuerstatistik stammen darüber hinaus die Angaben über die Einkünfte pro Steuerpflichtigen. Diese Erhebung erfasst naturgemäß diejenigen nicht, die keine Lohn- und Einkommensteuern zahlen. Hier können Angaben daraus gewonnen werden, wie viele Einkommensreiche wie viel der Gesamteinkünfte aller Steuerpflichtigen auf sich vereinigen. Die Zahl der Einkommensreichen steigt dabei kontinuierlich an.

Einkommens- und Verbrauchsstichprobe

Angaben über das Vermögen, die Konsumentenkredite und das Wohneigentum privater Haushalte stammen aus der fünfjährlichen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe. Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 18.000 Euro und mehr nehmen nicht an der Erhebung teil, so dass schon darum die Erkenntnisse der EVS über Einkommen und Vermögen nur Anhaltspunkte über deren tatsächliches Ausmaß geben können.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (HSBN 2018)

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