Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Schriftzug Familien in Niedersachsen

Schriftzug Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Suche

Bezugsdauer von SGB II-Leistungen

Für viele SGB II-Leistungsbeziehende ist die Hilfebedürftigkeit kein vorübergehender und zu berbrückender Umstand, sondern Dauerzustand. Anhand der Betrachtung der Leistungsbezugsdauern lassen sich Aussagen über die verfestigte Hilfebedürftigkeit machen.

Insgesamt lebten im Juni 2016 in Niedersachsen 405.874 erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem SGB II, was gegenüber dem Vorjahr (408.848) einen Rückgang um 0,7 Prozent bedeutete. Mit 53,5 % bezogen mehr als die Hälfte davon seit mindestens drei Jahren, und 46,2 % bzw. 187.455 Personen seit vier Jahren und mehr SGB II-Leistungen.

Immerhin: Anteil und Anzahl sinken bei letzterer Bezugsdauer seit einigen Jahren. Gegenüber dem Vorjahr betrug der Rückgang 2,4 % und war damit mehr als dreimal so hoch wie der Rückgang des Gesamtbestandes. Trotzdem lag auch 2016 noch in einigen Regionen der Anteil derjenigen, die mindestens vier Jahre hilfebedürftig waren, bei über 50 %. In der Stadt Braunschweig waren es sogar 53,0 %. In der Statistischen Region Weser-Ems wiesen fast alle Landkreise unterdurchschnittliche Werte auf.

Es zeigt sich ein statistischer Zusammenhang zwischen der Höhe der SGB II-Quote und der Höhe des Anteils von dauerhaftem SGB II-Bezug. Am deutlichsten wird dies am Beispiel des Landkreises Vechta, der 2016 mit 3,8 % die zweitniedrigste SGB II-Quote aufwies, und wo gleichzeitig nur 29,8 % der SGB II-Empfangenden mindestens vier Jahre Leistungen bezogen haben. Umgekehrt lag der Anteil der Langzeitbeziehenden in Wilhelmshaven bei 50,6 %, und die SGB II-Quote war mit 14,1 % am höchsten in Niedersachsen. Dort wo es relativ viele SGB II-Beziehende gibt, handelt es sich demnach oft um verfestigte Hilfebedürftigkeit.

Wichtig sind auch Informationen darüber, wie viele erwerbsfähige SGB II-Beziehende aus dem Bezug dieser Sozialleistung ausscheiden ("Abgang"). Ein Abgang liegt vor, wenn der Regelleistungsbezug beendet wird; das bedeutet allerdings nicht immer, dass eine Erwerbstätigkeit (ohne SGB II-Bezug) aufgenommen wurde.

Im Juni 2016 beendeten in Niedersachsen 13.291 (Vorjahresmonat: 13.232) erwerbsfähige Leistungsberechtigte ihren Leistungsbezug. Mehr als ein Drittel (35,9 %) bezog bis dahin mehr als zwei Jahre Leistungen und mehr als jede fünfte Person (21,9 %) mindestens vier Jahre. Fast die Hälfte (48,0 %) bezog jedoch nur unter ein Jahr lang SGB II-Leistungen, und immerhin 12,9 % bzw. 1.709 Personen schieden nach weniger als 3 Monaten aus dem SGB II-Bezug aus. Die Spanne dieser Personengruppe reichte von 7,0 % in Delmenhorst 18,9 % in der Grafschaft Bentheim.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

<<< zurück