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Armutsrisiko nach Lebenslagen und gesellschaftlichen Gruppen

Insbesondere junge Menschen sind überdurchschnittlich oft von Armut bedroht: Von den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren war in Niedersachsen im Jahr 2016 mehr als jede bzw. jeder Fünfte (21,1 %) armutsgefährdet. Bei den jungen Erwachsenen bis unter 25 Jahren galt dies für jede vierte Person (25,8 %). Unter den Menschen ab 65 Jahren lebte hingegen weniger als jede sechste Person (15,0 %) unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Bei den Letztgenannten nahm die Quote gegenüber 2015 leicht ab (-0,3 Prozentpunkte), während sie bei den Jüngeren zunahm (+0,3 Prozentpunkte bzw. +1,1 Prozentpunkte).

Menschen im Alter von 25 Jahren und älter mit einem niedrigen Qualifikationsniveau hatten mit 31,9 % eine fast drei Mal so hohe Armutsgefährdungsquote wie Personen mit einem mittleren (10,8 %) und eine mehr als fünf Mal so hohe Quote wie diejenigen mit einem hohen Qualifikationsniveau (5,9 %).

Besonders hohe Armutsgefährdungsquoten sind zudem bei Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und bei ausländischen Staatsangehörigen zu beobachten. Menschen mit Zuwanderungsgeschichte waren 2016 mit 30,9 % zweieinhalb Mal so oft armutsgefährdet wie jene ohne Zuwanderungsgeschichte mit 12,2 % (2015: 30,2 % und 12,7 %). Bei den Ausländerinnen und Ausländern war die Quote mit 43,0 % mehr als drei Mal so hoch wie bei den deutschen Staatsangehörigen mit 13,5 % (2015: 40,5 % und 14,0 %). Dabei nimmt die Diskrepanz seit 2011 sogar zu, besonders ab 2014 aufgrund der hohen Zuwanderung aus dem Ausland, speziell durch Schutzsuchende, wobei diese vor allem 2015 im Mikrozensus untererfasst waren. Die Armutsgefährdungsquote der Deutschen geht indes seit 2013 zurück. (Vgl. dazu auch: Eichhorn, Lothar, Armutsgefährdung in Niedersachsen im Jahr 2016, in: Statistische Monatshefte Niedersachsen (LSN) 12/2017, S. 624-636.)

Mit Blick auf die Familienzusammenhänge zeigte sich 2016 weiterhin mit 44,9 % ein hoher Anteil armutsgefährdeter Personen unter den Alleinerziehenden (-1,7 Prozentpunkte gegenüber 2015). Familien mit zwei Erwachsenen und einem bzw. zwei Kindern wiesen hingegen nur eine Quote von 9,6 % bzw. 11,6 % auf.

Insgesamt lässt sich sagen, dass das Ausmaß der Armutsgefährdung immer stärker durch die familiäre und "ethnische" Herkunft bestimmt wird.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (HSBN 2018)

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