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Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Durch den konjunkturellen Aufschwung der letzten Jahre fiel die Zahl der Arbeitslosen von 2011 bis 2016 in Deutschland um rund 10 % auf 2,7 Millionen. Niedersachsen weist eine ähnlich positive Entwicklung auf: Im Juni 2016 waren noch knapp 247.000 Menschen im Land arbeitslos gemeldet bei einer Quote von 5,8 %. Dies waren historisch niedrige Werte, wenngleich sie im Vergleich zum Durchschnitt der westdeutschen Länder etwas höher ausfielen.

Unterbeschäftigung

Einen umfassenderen Blick über den Umfang der Arbeit suchenden Menschen gibt die Zahl der Unterbeschäftigten: Hierunter fallen auch diejenigen Arbeitsuchenden, die sich in Beschäftigungs- oder Weiterbildungsmaßnahmen befinden oder länger erkrankt sind. Sie werden in der Zahl der Arbeitslosen und Arbeitslosenquote jedoch nicht berücksichtigt, weil sie dem Arbeitsmarkt aufgrund der Maßnahmen bzw. Erkrankung nicht zur Verfügung stehen. Hinzu kommen Arbeitslose im Alter ab 58 Jahren, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet sind, aufgrund mangelnder Chancen jedoch über ein Jahr keine Angebote seitens der BA erhalten haben. In Niedersachsen lag die Unterbeschäftigungsquote im Dezember 2016 bei 7,8 %.

Struktur der Arbeitslosigkeit

Darüber hinaus wird die Betrachtung der Struktur der Arbeitslosigkeit mit sinkenden Zahlen zunehmend wichtiger, um zielgenaue Maßnahmen für die Integration in den Arbeitsmarkt zu verfolgen, dies auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels: Im Fokus stehen hier zum einen jugendliche Arbeitslose, die für den Arbeitsmarkt "fit" gemacht werden müssen. Zum anderen liegt der Blick auf den Langzeitarbeitslosen. Bei ihnen wird die Integration in den Arbeitsmarkt nach mehr als einem Jahr, in vielen Fällen über 4 Jahren Arbeitslosigkeit erheblich erschwert. 2016 waren in Niedersachsen 37,8 % der Arbeitslosen länger als ein Jahr arbeitslos und galten demnach als Langzeitarbeitslose. Diese Kennziffer ist ein Indikator für die Verfestigung der Arbeitslosigkeit in einer Region, worüber auch die Betrachtung der Zusammensetzung nach den Rechtskreisen SGB III und SGB II Aufschluss gibt.

Arbeitslosigkeit von Ausländerinnen und Ausländern

Der Blick auf die Arbeitslosenzahlen von Ausländerinnen und Ausländern zeigt zudem, dass diese viel stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind als deutsche Staatsangehörige. Die Arbeitslosenquote der Menschen ohne deutschen Pass ist mit 18,1 % fast viermal so hoch wie bei den Deutschen, eine Zahl, die durch den Zuzug der Geflüchteten noch einmal gestiegen ist, während die der Deutschen sinkt.

Erwerbslosigkeit

Nach der Definition der BA sind Arbeitslose, dem § 16 SGB III folgend, zwischen 15 Jahren und der Rentenaltersgrenze alt, können bis zu 15 Stunden wöchentlich arbeiten und sind arbeitsfähig und auch -bereit. Aber nicht jede bzw. jeder registrierte Arbeitslose, die bzw. der den geltenden sozialrechtlichen Vorgaben entspricht, möchte oder kann auch arbeiten, bspw. weil Angehörige zu pflegen und/oder kleine Kinder zu versorgen sind.

Darüber hinaus sind nicht alle Arbeitslosen auch erwerbslos, sondern können einer Tätigkeit nachgehen, die nicht unter die Definition der BA fällt. Für internationale Vergleiche ist das Labour-Force-Konzept der International Labour Organization (ILO) geeignet, das die "ökonomisch aktive Bevölkerung" darstellt. Es teilt die Erwerbsbevölkerung (mindestens eine Stunde bezahlte Arbeit pro Woche) in erwerbstätige oder erwerbslose "Erwerbspersonen" sowie in "Nichterwerbspersonen", die entweder ungewollt oder gewollt weder erwerbstätig noch erwerbslos sind. Erwerbslose sind nicht erwerbstätig, haben aber in den letzten vier Wochen im Berichtszeitraum aktiv nach einer Tätigkeit gesucht. In Niedersachsen lag die Erwerbslosenquote 2016 bei 4,1 %.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (HSBN 2018)

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