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Wirtschaft und Erwerbstätigkeit

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stellt die gesamte Wirtschaftsleistung eines Landes oder einer Region dar. Es ist aber wie das ebenfalls von den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) berechnete verfügbare Einkommen kein direkter Wohlfahrtsindikator, weil das BIP keine Auskunft darüber gibt, wie es verteilt wird. Außerdem umfasst ein komplexer Begriff wie "Wohlfahrt" auch nicht-finanzielle Komponenten der Lebensqualität.

So werden z. B. die unentgeltliche Familienarbeit der Pflege, Betreuung und Kindererziehung sowie ehrenamtliche Tätigkeiten im BIP nicht berücksichtigt. Allerdings kann Wirtschaftswachstum auch einen gesellschaftlichen Strukturwandel ermöglichen, Arbeitsplätze sichern sowie neue schaffen und zur Stabilisierung der Sozialsysteme beitragen.

Niedersachsens Wirtschaft entwickelte sich 2016 positiv: Das BIP belief sich auf 276 Mrd. Euro und stieg real, also preisbereinigt, gegenüber dem Vorjahr um 5,5 %. Das war deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (+1,9 %), wobei die in den Jahren 2015 bzw. 2016 aufgetretenen starken Änderungen der Kostenstruktur beim größten niedersächsischen Unternehmen, der Volkswagen AG, in Folge der Dieselthematik als ursächlich dafür gelten können.

Die Vorleistungen, also die bei anderen Herstellern eingekauften Waren oder Dienstleistungen, waren für 2015 deutlich gestiegen, 2016 jedoch sogar unter das Niveau von 2014 gesunken. Dadurch stieg auch die Bruttowertschöpfung des Unternehmens und dessen Beitrag zum niedersächsischen Bruttoinlandsprodukt erheblich.

Aufgrund der konjunkturellen Entwicklung erreichte die Zahl der Erwerbstätigen in Niedersachsen auch 2016 mit rund 4 Mio. erneut ein historisches Hoch, und die Erwerbstätigenquote betrug 73,2 % (Deutschland: 74,4 %). Auch wenn die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten seit 2011 um 10,3 % gestiegen ist und die der Minijobs um 4,1 % zurückging: Mehr als ein Fünftel aller Erwerbstätigen waren 2016 atypisch beschäftigt.

Auch unterscheiden sich die Erwerbstätigenquoten der Frauen und mehr noch die der Mütter weiterhin stark von denen der Männer bzw. Väter und zwar mehr als in anderen Ländern. Die hohe Teilzeittätigenquote bei Frauen und Müttern hängt in starkem Maße mit der nicht optimalen Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusammen. Gerade Mütter gehen einer Beschäftigung in Teilzeit statt Vollzeit nur aufgrund familiärer Verpflichtung nach, würden aber gerne mehr arbeiten.

Viele der einzelnen Aspekte der atypischen Beschäftigung, wie marginale Beschäftigung, Arbeit in Teilzeit und ausschließliche Minijobs, können aus den Angaben der Beschäftigungsstatistiken der BA gewonnen werden, Angaben über Beamtinnen und Beamte sowie Selbstständige fehlen allerdings. Der Mikrozensus bietet als Datenquelle darüber hinaus die Möglichkeit, atypische Beschäftigung nach den Kriterien Befristung, Teilzeit, Geringfügigkeit und Zeitarbeit zusammen und nach soziodemographischen Merkmalen wie Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Alter und Bildung zu betrachten.

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