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Bekämpfte Armut: Soziale Mindestsicherung

Die "bekämpfte Armut" bezeichnet das Ausmaß der Abhängigkeit von staatlichen Mindestsicherungsleistungen, deren Empfängerinnen und Empfänger als "behördlich wahrgenommen" arm gelten: Durch die Transferleistungen soll ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden.

Drei bzw. fünf Hilfearten werden zu den Leistungen der "sozialen Mindestsicherung" gezählt: Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II und Sozialgeld), die Sozialhilfe nach dem SGB XII (Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen und die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung) und die Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG).

Mindestsicherungsquoten

Nachdem die Mindestsicherungsquote in Niedersachsen ab dem ersten Berichtsjahr 2006 bis 2011 (von 9,9 % auf 8,6 %) zurückgegangen war, ist sie seit 2013 und 2014 erst leicht und 2015 deutlich um fast einen Prozentpunkt auf 9,8 % gestiegen. Deutschlandweit waren die Entwicklung und das Niveau fast identisch (Deutschland 2006: 9,8 %; 2011: 8,7 %; 2015: 9,7 %). Grund für die starke Zunahme von 2015 gegenüber dem Vorjahr war der Anstieg bei den Regelleistungsempfängerinnen und -empfängern nach dem AsylbLG im Zuge der nach Deutschland im Jahr 2015 zugewanderten Geflüchteten. So zeigt sich auch hier wie bei der Armutsgefährdung eine unterschiedliche Entwicklung bezogen auf die Staatsangehörigkeit: Während die Mindestsicherungsquote der Deutschen sinkt, steigt sie bei den Ausländerinnen und Ausländern. Die Quote unter Letzteren war 2015 mit 34,7 % fast fünfmal so hoch wie bei den Deutschen mit 7,3 %.

Ende 2016 erhielten in Niedersachsen 768.718 Menschen bzw. 9,7 % der Bevölkerung Mindestsicherungsleistungen. Bei der Interpretation der Regionaldaten über Menschen, die Mindestsicherungsleistungen beziehen, ist zu beachten, dass ein Teil der Asylsuchenden, die Leistungen nach dem AsylbLG beziehen, von überörtlichen Trägern betreut werden. Diese 3.149 Menschen (Ende 2016) sind in den Tabellen, die die Empfängerinnen und Empfänger nach Wohnort in den kreisfreien Städten und Landkreisen darstellen, nur für Niedersachsen insgesamt berücksichtigt.

Über die hier auf Kreisebene dargestellten Daten hinaus stehen in der LSN-Regionaldatenbank Ergebnisse bis auf Ebene der Einheits- und Samtgemeinden zur Verfügung.

Unter den Leistungsbeziehenden nach dem SGB II werden im Folgenden die Empfängerinnen und Empfänger unter Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen dargestellt. Ein umfänglicheres Bild über Kinder, die in einem "Armutsumfeld" leben, bietet jedoch die Mindestsicherungsquote von Minderjährigen, da diese auch die - wie in den Jahren 2015 und auch noch 2016 - vergleichsweise hohe Zahl von Kindern im Asylbewerberleistungsbezug miteinschließt.

Verweildauer

Die Verweildauer von erwerbsfähigen Leistungsbeziehenden im SGB II ist u.a. abhängig vom Geschlecht und differiert auch in den Kreisen bzw. kreisfreien Städten Niedersachsens erheblich. Von den Leistungen nach dem SGB XII werden in der HSBN die Hilfe zum Lebensunterhalt (nach dem 3. Kapitel) und die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (nach dem 4. Kapitel) dargestellt.

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