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Verdienste

Der Bruttostundenverdienst der Voll- und Teilzeitbeschäftigten im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich lag 2016 in Niedersachsen bei 21,45 Euro. Frauen verdienten mit 18,79 Euro weiterhin deutlich weniger als Männer mit einem Stundenverdienst von 23,12 Euro, allerdings verringerte sich der Abstand im Vergleich zum Vorjahr abermals. Im Bundesvergleich lagen die niedersächsischen Verdienste leicht unter dem Durchschnitt von 22,98 Euro. Die relativ niedrigen Verdienste in Niedersachsen erklären sich zum Teil daraus, dass es hier hohe Anteile von Beschäftigten in den niedrigen Leistungsgruppen 4 und 5 (an- und ungelernte Kräfte) gibt.

Normalarbeitnehmerinnen und Normalarbeitnehmer hatten im April 2014 (Daten nach Beschäftigungsform liegen mit der Verdienststrukturerhebung nur alle vier Jahre vor) mit 19,14 Euro deutlich höhere Bruttostundenverdienste als atypisch Beschäftigte mit 12,56 Euro. Von diesen erhielten befristet Beschäftigte durchschnittlich 13,14 Euro und in Teilzeit Tätige 11,99 Euro. Zeitarbeitnehmende verdienten nur 11,11 Euro und geringfügig Beschäftigte 9,32 Euro.

Zum Niedriglohnbereich zählen Beschäftigte, die im April 2014 weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttostundenlohns (Median) von 15,99 Euro, also weniger als 11,09 Euro erhielten. Zum Hochlohnbereich zählen alle Beschäftigten, die mehr als das 1,5-fache des mittleren Verdienstes erhalten (24,96 Euro je Stunde). Unter der Niedriglohngrenze lagen 2014 in Niedersachsen 21,8 % aller Beschäftigungsverhältnisse. 2010 waren es 22,0 % und 2006 18,9 %.

Beschäftigte mit voll sozialversicherungspflichtiger und unbefristeter Beschäftigung mit über 20 Wochenstunden, die nicht als Zeitarbeit ausgeübt wird, haben neben den Normalarbeitnehmerinnen und -nehmern die geringste Wahrscheinlichkeit, einen Niedriglohn zu beziehen. (Vgl. für Deutschland: Statistisches Bundesamt, Verdienste auf einen Blick, 2017, S. 8.) Die Anteile im Niedriglohnbereich betrugen in Niedersachsen 2014 etwa 15 % bzw. 14 %, während es bei den atypischen Beschäftigungsverhältnissen 55 % (geringfügig beschäftigt: 84 %) waren.

Die atypischen Beschäftigungsverhältnisse haben schließlich auch Auswirkungen auf die Höhe der Zahl der erwerbstätigen Beziehenden von SGB II-Leistungen ("working poor"). Im Juni 2016 waren in Niedersachsen 116.734 Leistungsbeziehende erwerbstätig (Frauenanteil: 55,5 %). Gegenüber 2015 ging die Zahl deutlich um 4,5 % zurück. Die Quote bezogen auf die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter betrug 2,3 % (Deutschland: 2,2 %).

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (HSBN 2018)

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